Niedriger diastolischer Blutdruck bei KHK: Mit Angina pectoris assoziiert9. Januar 2019 © Kurhan – fotolia.com Bei Patienten mit chronischer koronarer Herzkrankheit (KHK) gibt es einer neuen Studie zufolge offenbar einen Zusammenhang zwischen niedrigerem diastolischen Blutdruck (DBP) und erhöhter Wahrscheinlichkeit für Angina pectoris. Sollte dies bestätigt werden, legten diese Ergebnisse nahe, dass Kliniker bei Patienten mit KHK und Angina pectoris eine weniger aggressive Blutdruckkontrolle in Betracht ziehen sollten, bilanzieren die Autoren um Dr. Poghni A. Peri-Okonny vom Saint Luke’s Mid America Heart Institute. Ein Zusammenhang mit einem erhöhten Herzinfarkt-Risiko war bereits bekannt. Peri-Okonny und Kollegen hatten die Frequenz der Angina pectoris (gemessen mit dem Seattle Angina Questionnaire-Angina Frequency Score) gemäß dem DBP bei KHK-Patienten von 25 US-amerikanischen Kliniken untersucht. Wie den Ergebnissen zu entnehmen ist, hatten von 1259 KHK-Patienten 411 (33 %) im Vormonat Angina-pectoris-Beschwerden angegeben. Dabei waren die Raten im niedrigsten DBP-Quartil höher (40–64 mmHg: 37 %). Im nicht adjustierten Modell war der DBP in einer J-förmigen Beziehung mit Angina pectoris assoziiert (p=0,017; pfür Nichtlinearität=0,027), bei progressivem Anstieg der Wahrscheinlichkeit für Angina pectoris, wenn der DBP auf <~70-80 mmHg abnahm. Dieser Zusammenhang blieb nach sequentieller Adjustierung um demographische Merkmale (p=0,002), Komorbiditäten (p=0,002), Herzfrequenz (p=0,002), systolischen Blutdruck (p=0,046) und antihypertensive antianginöse Medikamente (p=0,045) signifikant. Fazit Bei KHK-Patienten gibt es einen Zusammenhang zwischen niedrigem DBP und erhöhtem Risiko für Angina-pectoris. Eine aggessive Kontrolle des Blutdrucks sollte bei diesen Patienten überdacht werden. Autoren: Peri-Okonny PA et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Low Diastolic Blood Pressure Is Associated With Angina in Patients With Chronic Coronary Artery Disease Quelle: J Am Coll Cardiol 2018;72(11):1227–1232. Web: dx.doi.org/10.1016/j.jacc.2018.05.075
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