Niedriger sozioökonomischer Status als Risikofaktor für koronare Herzkrankheit16. Dezember 2020 © Zadvornov – stock.adobe.com (Symbolbild) Bei etwa 1/4 der US-Amerikaner zwischen 35–64 Jahren war in einer neuen Studie ein niedriger sozioökonomischer Status (SES) erheblich mit der Last an früher koronarer Herzkrankheit (KHK) verbunden. Obwohl die Behandlung herkömmlicher Risikofaktoren die KHK-Last verringern kann, werden die Unterschiede wahrscheinlich bestehen bleiben werden, sofern nicht vorgelagerte Faktoren, die mit einem niedrigen SES verbunden sind, angegangen werden, so die Autoren um Dr. Rita Hamad von der University of California in San Francisco, USA. Für ihre Studie mit Computersimulation hatten sie das Cardiovascular Disease Policy Model verwendet, um die übermäßige Krankheitslast durch frühe KHK hochzurechnen. Als niedrigen SES definierten die Autoren ein Einkommen <150% des nationalen Armutsniveaus oder ein Bildungsniveau, das unter einem High-School-Abschluss liegt. Hauptendpunkte waren die Raten vorzeitiger Myokardinfarkte (MI, vor dem 65. Lebensjahr) und KHK-Todesfälle. Ungefähr 31,2 Mio. US-Amerikaner zwischen 35–64 Jahren hatten einen niedrigen SES, darunter etwa 16 Mio. (51,3%) Frauen. Im Vergleich zu Personen mit höherem SES hatten sowohl Männer als auch Frauen in der Gruppe mit niedrigem SES die doppelte Rate an MIs (Männer: 34,8 [95%-Unsicherheitsintervall (UI) 31,0–38,8] vs. 17,6 [95%-UI 16,0–18,6)]; Frauen: 15,1 [95%-UI 13,4–16,9] vs. 6,8 [95%-UI, 6,3–7,4]) und KHK-Todesfällen (Männer: 14,3 [95%-UI 13,0–15,7] vs. 7,6 [95%-UI 7,3–7,9]; Frauen: 5,6 [95%-UI 5,0–6,2] vs. 2,5 [95%-UI 2,3–2,6]) pro 10.000 Personenjahre. Eine höhere Last an herkömmlichen KHK-Risikofaktoren bei jenen mit niedrigem SES erklärte 40% dieser übermäßigen Ereignisse. Allerdings waren die verbleibenden 60% auf andere Faktoren zurückzuführen, die mit einem niedrigen SES verbunden waren. Unter einer simulierten Kohorte von 1,3 Mio. Erwachsenen mit niedrigem SES, die im Jahr 2015 35 Jahre alt waren, prognostizierte das Modell, dass 250.000 Personen (19%) bis zum Alter von 65 Jahren an KHK erkranken werden, wobei 119.000 (48%) dieser KHK-Fälle über den für Personen mit höherem SES erwarteten Werten lagen. Fazit Bei etwa 1/4 der US-Amerikaner zwischen 35–64 Jahren war ein niedriger SES erheblich mit einer frühen KHK-Belastung assoziiert. Obwohl die Behandlung herkömmlicher Risikofaktoren die KHK-Last verringern kann, werden die Unterschiede wahrscheinlich bestehen bleiben werden, sofern nicht vorgelagerte Faktoren, die mit einem niedrigen SES verbunden sind, angegangen werden. (sf) Autoren: Hamad R et al. Korrespondenz: Kirsten Bibbins-Domingo; [email protected] Studie: Association of Low Socioeconomic Status With Premature Coronary Heart Disease in US Adults Quelle: JAMA Cardiol 2020;5(8):899–908. Web: https://doi.org/10.1001/jamacardio.2020.1458
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