Niedriges Geburtsgewicht: Aktiver Militärdienst könnte laut US-Studie das Risiko erhöhen24. April 2024 Foto: © Bumble-Dee-1/stock.adobe.com Aktiver Militärdienst könnte das Risiko für Frauen erhöhen, ein Baby mit niedrigem Geburtsgewicht zu bekommen. Das sagt eine aktuelle Studie, die in der Fachzeitschrift „BMJ Military Health“ veröffentlicht wurde Es gibt Hinweise darauf, dass Stress während der Schwangerschaft mit Geburtskomplikationen wie Frühgeburten und niedrigem Geburtsgewicht in Verbindung gebracht wird. Die militärische Laufbahn und der Lebensstil setzen die Angehörigen der Streitkräfte einer Vielzahl von physischen, psychischen und umweltbedingten Stressfaktoren aus, die sich möglicherweise auf den Ausgang der Schwangerschaft auswirken können, heißt es in der Studie. Die Autoren wollten daher die möglichen Auswirkungen des aktiven Militärdienstes auf das Risiko von Frühgeburten, niedrigem Geburtsgewicht und Totgeburten untersuchen. Sie durchsuchten Forschungsdatenbanken nach relevanten Studien. Die Studien, an denen 650.628 Frauen teilnahmen, die im US-Militär dienten, wurden alle zwischen 1979 und 2023 veröffentlicht. Zehn der Studien 21 relevanten Studien enthielten eine Vergleichsgruppe – in der Regel die Ehefrauen von aktiven Soldaten. Als Ersatz für die Studien, die keine Vergleichsgruppe enthielten, zogen die Studienautoren Daten der US National Vital Statistics für ein bestimmtes Jahr heran. Kein erhöhtes Risiko für Frühgeburten Die Analyse der Studienergebnisse ergab kein erhöhtes Risiko für Frühgeburten bei schwangeren Frauen im aktiven Dienst. Allerdings gab es erhebliche methodische Unterschiede. Denn die meisten Studien wiesen ein mäßiges bis hohes Risiko der Verzerrung auf. Und einige umfassten nur kleine Stichproben, warnen die Studienautoren. Es wurde kein Zusammenhang zwischen dem Militärdienst und dem erhöhten Risiko einer Frühgeburt festgestellt, obwohl auch hier Vorsicht geboten ist, da fünf Studien gemischte Stichproben enthielten und das Studiendesign sehr unterschiedlich war, so die Studienautoren. Es gab auch keine eindeutigen Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Totgeburten bei Frauen im aktiven Militärdienst, heißt es weiter. Niedriges Geburtsgewicht: Hinweise für ein erhöhtes Risiko Aber fast zwei Drittel (62,5 %) der Studien kamen zu dem Schluss, dass Frauen im aktiven Dienst möglicherweise ein erhöhtes Risiko für ein niedriges Geburtsgewicht haben, darunter eine Studie mit dem geringsten Risiko einer Verzerrung. Und 4 der 5 Studien, die eine Vergleichsgruppe einschlossen, wiesen ebenfalls auf ein erhöhtes Risiko für ein niedriges Geburtsgewicht hin. Sieben der 8 Studien, die über geringes Geburtsgewicht berichteten, wurden in einer einzigen Dienststelle durchgeführt. Die beiden Studien der US-Luftwaffe wiesen auf eine höhere Prävalenz von Babys mit niedrigem Geburtsgewicht hin, die von aktiven Militärangehörigen geboren wurden. Aber etwa 53 bzw. 38 Prozent der Studien, die über Frühgeburten bzw. niedriges Geburtsgewicht berichteten, hatten keine Vergleichsgruppe und stützten sich auf eine Ersatzgruppe, die aus nationalen statistischen Daten gezogen wurde. Einschränkungen der Studie Dies birgt das Risiko eines systematischen Fehlers, da die Ausgangsmerkmale der beiden Gruppen von Natur aus unterschiedlich sind, warnen die Studienautoren. Frauen im aktiven Militärdienst werden außerdem vor jedem Einsatz medizinisch untersucht und haben weniger Vorerkrankungen, während die nationalen Daten auch Hochrisiko- und Mehrlingsschwangerschaften umfassen, erklären sie. Es wurden nur Beobachtungsstudien in die Untersuchung einbezogen. Und die Methoden der Datenerhebung und die Bereinigung um Einflussfaktoren waren unterschiedlich, räumen die Studienautoren ein. Nur 8 Studien berichteten beispielsweise über den Raucherstatus, obwohl die Prävalenz des Rauchens beim Militär hoch ist und das Rauchen mit verschiedenen Gesundheitsproblemen vor und während der Schwangerschaft in Verbindung gebracht wird. Die Daten konzentrierten sich auch ausschließlich auf das US-Militär, was zwar nicht überrascht, da es eines der größten der Welt ist, aber die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse auf Angehörige anderer Streitkräfte einschränkt, betonen die Autoren der Studie. Die Autoren kommen so zu dem Schluss: „Diese Studie unterstreicht den Bedarf an mehr frauenspezifischer Forschung in den Streitkräften, die über das US-Militär hinausgeht, um militärische Mutterschaftspfade und -strategien so zu gestalten, dass Mütter und ihre Babys geschützt und gleichzeitig die militärische Einsatzbereitschaft verbessert werden.“
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