Nieren- und Herz-Erkrankungen verringern Überlebensrate nach schweren Verbrennungen29. Januar 2024 Symbolbild eines schwerverletzten Brandopfers im Krankenhaus. (Foto: ©Rungruedee/stock.adobe.com) Ein Forschungsteam der MedUni Wien (Österreich) hat erstmals gezeigt, dass insbesondere chronische Nieren- und bestehende Herzkreislauf-Erkrankungen einen negativen Einfluss auf die Prognose von Menschen mit schweren Verbrennungen haben. Die Studie wurde aktuell im Fachjournal „Surgery“ publiziert. Trotz enormer medizinischer Fortschritte stellen schwere Verbrennungen nach wie vor potenziell lebensbedrohliche Verletzungen dar. Als Entscheidungshilfe für Therapiemaßnahmen und zur Beurteilung der Überlebenswahrscheinlichkeit von Patientinnen und Patienten stehen den Behandelnden klinische Scores zur Verfügung, in denen relevante Parameter berücksichtigt werden. Vorerkrankungen wurden in diese Modelle bisher nicht einbezogen. Mit der vorliegenden Studie aus Wien könnte sich das ändern. In die Studie eingeschlossen wurden Daten von 1193 Patientinnen und Patienten, die zwischen 2000 und 2019 an der Intensivstation für Schwerbrandverletzte der Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie von MedUni Wien und AKH Wien behandelt wurden. Dabei wurde neben gängigen Parametern erstmals auch der Einfluss von chronischen Vorerkrankungen in die Analyse mit einbezogen. Wie die Untersuchungen zeigten, wirken sich chronische Nierenerkrankungen besonders negativ auf die Prognose der Verletzten aus: 48,6 Prozent mit beeinträchtigter Nierenfunktion überlebten ihre schweren Verbrennungen nicht. Von denjenigen mit vorbestehenden Herzkreislauf-Erkrankungen konnte rund ein Drittel nicht gerettet werden. Vor dem Hintergrund insgesamt steigender Überlebensraten bei Menschen mit schweren Brandverletzungen wird die Bedeutung der Erkenntnisse deutlich: „Erfreulicherweise konnten wir in unserer Studie auch zeigen, dass sich die Prognose von Schwerbrandverletzten durch die stetige Weiterentwicklung der Therapiemöglichkeiten von Jahr zu Jahr verbessert“, nennt Studienleiterin Annika Resch von der Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie der MedUni Wien eines der wesentlichen Ergebnisse. Bei Menschen mit schweren Verbrennungen und Vorerkrankungen der Nieren oder des Herzens bestehen trotz der medizinischen Fortschritte weiterhin unterdurchschnittliche Überlebensraten. Verbrennungsunfälle gehören zu den häufigsten Unfällen weltweit und sind Schätzungen nach für rund 180.000 Todesfälle jährlich verantwortlich. Großflächige Verbrennungen stellen schwere Verletzungen dar, die mehrwöchige Behandlungen an spezialisierten Einrichtungen erfordern und zudem als Hautpursache für chronische körperliche Einschränkungen gelten. Für die Beurteilung und Behandlung der Verbrennungen werden im klinischen Alltag spezielle Scores verwendet. Der Abbreviated-Burn-Severity-Index (ABSI) ist dabei ein besonders häufig genutztes Modell. „Künftige Studien sollen zeigen, ob unsere Erkenntnisse in diesen und andere Scores integriert werden können“, fasst Resch die neu entdeckte Möglichkeit zur weiteren Verbesserung der (personalisierten) Therapie von Schwerbrandverletzten zusammen.
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