Nierenfunktion: Rückgang durch intratubuläre Phosphatbelastung möglich

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Laut einer aktuellen Studie der University of Tsukuba (Japan) könnte eine intratubuläre Phosphatbelastung – und nicht allein das zirkulierende Phosphat – zum beschleunigten altersbedingten Rückgang der Nierenfunktion beitragen.

Basierend auf experimentellen Belegen, wonach hohe Phosphatkonzentrationen Nierentubuluszellen schädigen, stellten die Forscher die folgende Hypothese auf: Dass erhöhte Phosphatkonzentrationen im Primärharn – die sich durch gesteigerte ePTFp-Konzentrationen im Lumen des proximalen Tubulus widerspiegeln – mit einem beschleunigten altersbedingten Rückgang der Nierenfunktion assoziiert seien.

Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Clinical Kidney Journal“ veröffentlicht.

Signifikanter Zusammenhang beobachtet

Die Studie umfasste 308 Teilnehmer aus Japan, darunter in der Gemeinde lebende Einwohner der Präfektur Ibaraki sowie Patienten mit chronischer Nierenkrankheit (CKD). Die ePTFp-Konzentrationen berechneten die Wissenschaftler mithilfe einer validierten Formel, die auf den Serum-Kreatinin-, Urin-Kreatinin- und Urin-Phosphatwerten basiert. Die Nierenfunktion wurde longitudinal über einen Zeitraum von fünf Jahren erfasst.

Teilnehmer mit höheren ePTFp-Konzentrationen zu Studienbeginn zeigten im Zeitverlauf einen signifikant steileren Abfall der Nierenfunktion. Dieser Zusammenhang blieb auch nach Adjustierung für Alter, Geschlecht, geschätzte glomeruläre Filtrationsrate zu Studienbeginn, Komorbiditäten sowie Urinmarker für Nierenschädigungen – einschließlich Albuminurie – signifikant.

Interessanterweise blieb dieser Zusammenhang selbst dann bestehen, wenn die Serumphosphatkonzentrationen im Normbereich lagen. Das deutet laut den Autoren darauf hin, dass die intratubuläre Phosphatbelastung – und nicht allein das zirkulierende Phosphat – zum beschleunigten altersbedingten Rückgang der Nierenfunktion beitragen könnte.

Mögliche Grundlage für neue Strategien

Diese Ergebnisse liefern laut den Forschern somit klinische Belege für Mechanismen, die bereits zuvor in zellulären und tierexperimentellen Studien identifiziert wurden. Das würde einen potenziell unterschätzten Faktor der Nierenalterung in den Fokus rücken. Die Bestimmung der ePTFp-Konzentrationen könnte das Verständnis der Pathophysiologie der CKD vertiefen, die Risikostratifizierung verbessern und als Grundlage für Strategien dienen, um das Fortschreiten der CKD zu verhindern oder zu verlangsamen.

(ri/BIERMANN)

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