Niereninsuffizienz: Forscher identifizieren für Kalziphylaxie verantwortlichen Signalweg

Foto: © Foto: © Yekatseryna/stock.adobe.com/stock.adobe.com

US-Forscher haben den Interleukin-6(IL6)-Signalweg identifiziert, der für die Entstehung und das Fortschreiten von Hautläsionen bei Patienten mit urämischer Kalziphylaxie von zentraler Bedeutung ist.

Kalziphylaxie ist eine seltene Erkrankung, die durch eine Thrombose der Mikrogefäße in der Haut gekennzeichnet ist und schmerzhafte Hautnekrosen verursacht. Sie tritt vorwiegend bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz auf und ist mit einer hohen Mortalität, einer schwer fassbaren Pathogenese und ohne zugelassene Therapien verbunden.

„Diese Studie zeigt einen pathologischen und schädlichen Kreislauf zwischen Unterhautfettgewebe, Schweißdrüsen und kleinen Blutgefäßen, der sich ständig selbst nährt. Wird dieser Kreislauf nicht gestoppt und unkontrolliert, entstehen Hautgeschwüre, die nicht heilen. Mithilfe des von uns identifizierten spezifischen Signalwegs konnten wir diesen Kreislauf durchbrechen und eine Verschlimmerung der Hautgeschwüre verhindern“, erklärte der korrespondierende Autor Prof. Vipul Chitalia.

Die Forscher der Chobanian & Avedisian School of Medicine der Boston University, USA, haben ihre neuen Studienergebnisse in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ veröffentlicht.

Medikamente könnten Fortschreiten verhindern

Im Rahmen der Studie wurden Haut- und Blutproben von Menschen mit Kalziphylaxie auf Proteine ​​und Gene untersucht, um Veränderungen in den krankheitsverursachenden Mechanismen zu analysieren. Anschließend wurde ein von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA zugelassenes Medikament eingesetzt, um zu prüfen, ob der krankheitsverursachende Mechanismus unterdrückt werden konnte.

Den Forschern zufolge sind Medikamente, die diesen Signalweg blockieren können, bereits verfügbar, sicher anzuwenden und für andere Indikationen zugelassen. „Diese Medikamente verhindern wahrscheinlich das Fortschreiten der Hautgeschwüre und lindern die Schmerzen, die wir bei Patienten mit Kalziphylaxie beobachten. Nun sind Studien am Menschen erforderlich, um den Nutzen dieser Medikamente zu belegen“, erklärte Co-Autorin Dr. Jean Francis, außerordentliche Professorin für Medizin.

Außerdem könnte IL-6 laut den Autoren als therapeutisches Ziel für urämische Kalziphylaxie dienen.