Nierenkrebs: Neuartige Gensignatur könnte die Behandlung verbessern26. August 2025 Foto: © Sebastian Kaulitzki/stock.adobe.com Neue Studienergebnisse des Roswell Park Comprehensive Cancer Center, USA, könnten das Ansprechen auf eine immunbasierte Krebstherapie bei Patienten mit sarkomatoidem Nierenzellkarzinom (sRCC) besser vorhersagen. Die Forscher haben ein neuartiges Instrument zur Behandlungsentscheidung bei Patienten mit sRCC entwickelt. Dieser fortgeschrittene Nierenkrebs, der typischerweise im Spätstadium diagnostiziert wird, ist gegen die meisten Krebstherapien resistent. Die Immun-Checkpoint-Blockade (ICB) stellt jedoch eine Ausnahme dar. ICB-Ansätze haben die Überlebenschancen sowohl von Patienten mit sRCC als auch mit der häufigsten Nierenkrebsart, dem klarzelligen Nierenzellkarzinom (ccRCC), deutlich verbessert – Patienten mit sRCC hätten jedoch überproportional profitiert, erklären die Wissenschaftler. „Wir haben uns auf das unerwartete Ansprechen des sRCC auf die Immuncheckpoint-Hemmung konzentriert, um besser zu verstehen, was Nierentumoren generell anfälliger für Immuntherapien machen kann“, berichtet Erstautor Nicholas Salgia. Ausgestattet mit Informationen über Tumoren von mehr als 3000 Nierenkrebspatienten erforschten die Autoren die inneren Abläufe von sRCC. Die neuen Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Cancer Cell“ veröffentlicht. Robustes Immunsystem beobachtet Mittels Einzelzell-RNA-Sequenzierung von Tumorzellen entdeckte das Team, dass diese Nierentumoren über ein robustes Immunsystem verfügen. Im Vergleich zu ccRCC enthalten sRCC mehr Plasmazellen. Diese spielten eine Schlüsselrolle bei der Produktion von Antikörpern, die Krebszellen für deren spätere Zerstörung markieren, erklären die Autoren. Die Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass sRCC im Vergleich zu ccRCC mehr tertiäre lymphatische Strukturen aufweisen, über die Immunzellen miteinander kommunizieren. Fortgeschrittener Nierenkrebs wird üblicherweise entweder mit Immuntherapie oder zielgerichteter Therapie behandelt. Bisher gab es jedoch kein zuverlässiges Instrument, um zu bestimmen, welche Patienten am meisten von der einen oder anderen Behandlung profitieren würden. Das Forschungsteam entwickelte daher eine genomische Dedifferenzierungssignatur (GDS). Ansprechen auf Therapie im Fokus „Dieses Instrument ist vielversprechend als Biomarker für die Entscheidungsfindung bei fortgeschrittenem Nierenkrebs“, erklärt Letztautor Prof. Jason Muhitch. „Wir haben eine Reihe von Genen identifiziert, die in diesen aggressiven Tumoren vermehrt vorkommen, und daraus eine neuartige Gensignatur erstellt, mit der sich Patienten mit aggressiver Erkrankung identifizieren lassen, die auch auf eine immunbasierte Krebstherapie ansprechen.“ Co-Autor Prof. Eric Kauffman ergänzt: „Diese Signatur könnte eine Schwachstelle der sRCC aufdecken, die ihn anfälliger für eine Immuntherapie macht. Unsere Studie legt den Grundstein für die Entwicklung zukünftiger Tests, die uns helfen, diese Krankheit besser zu behandeln. Ihre Auswirkungen könnten auch auf andere Arten von Nierenkrebs übertragbar sein.“ Um die Erkenntnisse dieser Genanalyse anzuwenden und weiterzuentwickeln, planen die Forscher nach eigenen Angaben eine prospektive Studie, um den Einfluss dieser Gensignatur auf die Vorhersage des Ansprechens auf eine Immuntherapie bei Nierenkrebspatienten nach chirurgischer Entfernung eines Nierentumors zu untersuchen. (ri/BIERMANN)
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