Nierenkrebs: Schnellere Erholung nach Operation mit Fast-Track-Verfahren6. Februar 2026 Mittels Ultraschall führt Anästhesist Dr. Johannes Herrmann zusammen mit der Anästhesietechnischen Assistentin Lara Buggenhagen den Quadratus-Lumborum-Block durch. Copyright: Maximilian Kippnich / UKW Das Fast-Track-Verfahren wurde am Uniklinikum Würzburg (UKW) erstmals auch bei einer Nierenkrebs-Operation erfolgreich angewendet. Die Fast-Track-Chirurgie ist ein modernes Behandlungskonzept, das darauf abzielt, den Körper nach einer Operation schneller wieder ins Gleichgewicht zu bringen, postoperative Komplikationen zu minimieren und die Selbstständigkeit der Patienten möglichst zügig wiederherzustellen. Das dazugehörige Maßnahmenbündel umfasst zum Beispiel eine optimierte Ernährung, ein differenziertes, multimodales Schmerzkonzept und eine individuelle Betreuung, informiert das UKW. An dem Uniklinikum wurde das Konzept bislang in der Allgemeinchirurgie und der gynäkologischen Chirurgie umgesetzt. Die Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des UKW wendet nach eigenen Angaben Fast-Track bereits seit einem Jahr erfolgreich bei radikalen Harnblasenentfernungen an. Im Januar dieses Jahres wurde das Verfahren nun auch auf Nierenoperationen ausgeweitet. Pilotpatientin war hier eine 72-Jährige. Sie war von einem Tumor an der rechten Niere betroffen. Dieser wurde von PD Dr. Charis Kalogirou vom UKW und seinem Team operativ entfernt. Das Organ konnte dabei erhalten werden. Entlassung nach drei Tagen „Bei einem herkömmlichen Vorgehen wäre Frau Engelhardt mindestens sechs Tage stationär bei uns geblieben. Durch die Fast-Track-Chirurgie konnte sie schon nach drei Tagen und in einem sehr guten Gesundheitszustand nach Hause entlassen werden“, berichtet Kalogirou. Zu diesem Ergebnis trug laut UKW neben dem minimalinvasiven Eingriff mit dem DaVinci-Operationsroboter vor allem ein Regionalanästhesieverfahren bei. Bei dem Quadratus-Lumborum-Block werden Nerven ultraschallgesteuert gezielt blockiert. PD Dr. Maximilian Kippnich vom UKW berichtet: „Diese moderne Betäubungstechnik ermöglicht eine deutlich frühere Mobilisation der Patientinnen und Patienten, einen erheblich geringeren Bedarf an Schmerzmitteln – insbesondere an Opiaten – und trägt maßgeblich zur guten Ergebnisqualität bei.“ Außerdem habe man auf eine Drainage des Operationsgebiets verzichten können. Optimierte Ernährung und schnelle Mobilisation Das beschleunigende Verfahren startete schon vor der Operation. „Wir haben der Patientin in einem Gespräch erläutert, wie wichtig ihre Mithilfe hierbei ist”, berichtet die UKW-Pflegekraft Verena Bolldorf. Sie fährt fort: „Beispielsweise hatte sie in der Zeit vor dem Eingriff auf eine kohlenhydrat- und eiweißreiche Ernährung plus ausreichend Bewegung mit Spaziergängen sowie Atem- und Beingymnastik zu achten.“ Nach der Operation wurde eine schnelle Mobilisation angestrebt. Schon am Tag des Eingriffs konnte die Patientin zwei Stunden lang das Bett verlassen, was in den folgenden drei Tagen schrittweise auf acht Stunden gesteigert wurde. Der Dauerkatheter wurde bereits am Morgen nach der Operation gezogen. Noch am Operationstag selbst gab es für die Patientin feste, proteinreiche Kost, die die Wundheilung unterstützt und dem Muskelabbau entgegenwirkt.
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