Norwegische Studie bewertet serologische Marker zur Zöliakieerkennung6. November 2025 © Peter Atkins – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine norwegische Bevölkerungsstudie untersuchte die Aussagekraft serologischer Tests zur Zöliakiediagnostik bei Erwachsenen. Die Ergebnisse bestätigen den TG2-IgA-Test als zuverlässiges diagnostisches Instrument. Als Zöliakie bezeichnet man eine Entzündung der Mukosa des Dünndarms aufgrund einer Unverträglichkeit bzw. Überempfindlichkeit gegen Gluten aus Getreide und Getreideprodukten. Die genaue Ursache dieser immunologischen Erkrankung ist noch ungeklärt. Ein großer Anteil von Menschen mit Zöliakie bleibt nach wie vor unerkannt. Um den Nutzen eines serologischen Screenings auf Zöliakie in der erwachsenen Allgemeinbevölkerung zu bewerten, haben Forschende aus Norwegen nun eine Studie initiiert. Diese basierte auf der vierten Trøndelag Health Study (HUNT-Studie), einer bevölkerungsbasierten Studie, die in den Jahren 2017–2019 im Bezirk Nord-Trøndelag in Norwegen durchgeführt wurde und an der sich insgesamt 56.042 Teilnehmer (älter als 20 Jahre beteiligten (Teilnahmequote 54%). Die von den Probanden gesammelten Serumproben wurden mithilfe eines dualen spezifischen Anti-Transglutaminase-2(TG2)-Immunglobulin(Ig)A- und IgG-Assay analysiert und alle seropositiven Teilnehmer wurden zu einer Endoskopie mit Duodenalbiopsien eingeladen. Eine bestätigte Diagnose auf Zöliakie wurde gestellt, wenn eine Schädigung der Dünndarmschleimhaut (Marsh-Grad 3) festgestellt wurde. Die histologische Auswertung von insgesamt 657 seropositiven Teilnehmern bestätigte bei 423 die Diagnose Zöliakie. Der positive prädiktive Wert (PPV) eines positiven TG2-IgA-Befundes betrug 73,3 Prozent (95%-Konfidenzintervall [KI] 69,7–77,0) für eine durch Biopsie bestätigte Zöliakie. Ein TG2-IgA-Wert von mehr als der zehnfachen Obergrenze des Normalwertes (ULN), wie er bei Kindern ohne Biopsie verwendet wird, erhöhte den PPV auf 88,1 Prozent (95%-KI 84,8–91,4). Eine primäre TG2-IgG-Reaktion wurde bei 87 Teilnehmern festgestellt, von denen 5 eine biopsiebestätigte Zöliakie hatten. Einer der Teilnehmer mit Zöliakie, der primär mit TG2-IgG reagierte, war jedoch IgA-defizient. Der PPV eines positiven TG2-IgG betrug 5,8 Prozent (95%-KI 1,9–12,9) und der eines TG2-IgG mit mehr als der zehnfachen ULN betrug 9,5 Prozent (95%-KI 1,2–30,4) für eine biopsiebestätigte Zöliakie bei TG2-IgA-negativen Personen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass sich der TG2-IgA-Test als sehr gutes Screening-Instrument für Zöliakie in der erwachsenen Allgemeinbevölkerung bewährt hat. Die diagnostische Genauigkeit von TG2-IgG ist jedoch zu gering, um Einzelpersonen mit Zöliakie selektiv zu identifizieren. (bi)
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