Notfall-Versorgung darf keine Frage des Geldbeutels sein3. Mai 2019 Foto: KKH Kaufmännische Krankenkasse Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännischen Krankenkasse zeigt ein geteiltes Meinungsbild zu einer Notaufnahme-Gebühr. Mehr Sprechstunden bei Fachärzten für Kassenpatienten, kürzere Wartezeiten, bessere Terminvermittlung – darauf können Millionen gesetzlich Versicherte ab dem 1. Mai hoffen. Zu diesem Stichtag ist das von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn initiierte Terminservice- und Versorgungsgesetz in Kraft getreten. „Wir hoffen, dass sich die Situation für die gesetzlich Versicherten dadurch spürbar verbessert und es deutlich weniger Probleme bei der Terminvergabe und mit überfüllten Wartezimmern geben wird“, sagt Dr. Wolfgang Matz, Vorstandsvorsitzender der KKH Kaufmännische Krankenkasse. „Es ist gut, dass der Gesetzgeber Regelungen gefunden hat, die die Versorgung spürbar verbessern sollen. Gleiches wünschen wir uns aber auch möglichst bald für die Steuerung von Notfallpatienten.“ Denn auch die Krankenhäuser sind mit überfüllten Notaufnahmen zunehmend belastet. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH würde mehr als jeder Dritte von 1000 Befragten eine Notfallambulanz trotz geöffneter Praxen ansteuern – auch wenn er bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden Hilfe benötigt. Als ausschlaggebende Gründe nannten die Umfrage-Teilnehmer eine bessere medizinische Versorgung und schnelle Hilfe ohne Terminvergabe. Aufgrund der zunehmenden Probleme in den Kliniken hatte Bundesgesundheitsminister Spahn angekündigt, auch die Notfallversorgung verändern zu wollen. Ziel der Reformpläne ist eine stärkere Steuerung der Patienten über neue gebündelte Leitstellen und zentrale Anlaufstellen in Kliniken, die beide jeweils über die Behandlung entscheiden sollen. Außerdem wurde von Akteuren im Gesundheitswesen angeregt, eine Notaufnahme-Gebühr einzuführen, damit weniger Patienten mit leichteren Beschwerden die Ambulanzen blockieren. Das Meinungsbild zu diesem Vorschlag ist unter den Teilnehmern der KKH-Umfrage gespalten. Die Hälfte (50 Prozent) spricht sich für eine solche Gebühr aus, 48 Prozent dagegen, zwei Prozent haben keine Meinung dazu. „Medizinische Versorgung darf keine Frage des Geldbeutels sein. Statt einzelne Patienten für ihr Verhalten zu sanktionieren, sollten bessere Steuerungskonzepte und die Qualität der ambulanten Behandlung Betroffene gar nicht erst dazu verleiten, Notfallambulanzen wegen Bagatellerkrankungen aufzusuchen“, so Matz. „Wir hoffen, dass der Minister möglichst bald einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegt, damit die geplanten Veränderungen spürbare Entlastungen bringen.“ Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat 1.003 Personen zwischen 18- und 70 Jahren Anfang 2019 repräsentativ befragt.
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