Notfallmediziner André Gries erhält Rudolf-Frey-Medaille7. Juni 2022 Andre Gries, Leiter der Zentralen Notfallaufnahme am UKL, erhält die Rudolf-Frey-Medaille für besondere Verdienste um die Notfallmedizin. Foto: UKL/Stefan Straube André Gries, Leiter der Zentralen Notfallaufnahme am Universitätsklinikum Leipzig, wurde mit der Rudolf-Frey-Medaille für besondere Verdienste in der Notfallmedizin ausgezeichnet. Der Preis wurde anlässlich des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) verliehen. Seit 1990 zeichnet die DGAI mit der in unregelmäßigen Abständen verliehenen Medaille Persönlichkeiten aus, die „sich in besonderer Weise auf dem Gebiet der Notfallmedizin und des Rettungswesens verdient“ gemacht haben. Mit der Verleihung der Medaille an Gries wird sein jahrelanger Einsatz für die Weiterentwicklung der klinischen Notfallmedizin und der Zentralen Notfallaufnahmen gewürdigt. „Das ist eine große Ehre für mich, aber auch für das ZNA-Team am Leipziger Universitätsklinikum“, freut sich der Notfallmediziner. Gries leitet seit 2011 die Zentrale Notfallaufnahme am Universitätsklinikum Leipzig, in der täglich bis zu 100 Notfälle und damit jährlich rund 36.000 Patientinnen und Patienten behandelt werden, Tendenz steigend. Eines seiner Hauptanliegen ist die bessere Vernetzung der Sektoren zwischen ambulanter bzw. niedergelassener Versorgung, präklinischer Notfallmedizin und den Notfallaufnahmen in den Krankenhäusern. „Mit den aktuellen Veränderungen in der Gesellschaft verändert sich die Akut- und Notfallmedizin bundesweit und somit auch die Herausforderungen für alle Beteiligten und besonders auch für die Notaufnahmen der Kliniken“, beschreibt Gries. „Als Klinikum im Zentrum einer Großstadt erleben wir das wie unter einem Brennglas: Die Zahl der Krankheits- und Verletzungsfälle steigt weiter, ohne Anpassung der Einrichtungen der Gesundheitsversorgung. Zentrale Notfallaufnahmen sind mittlerweile nicht nur die Anlaufstelle für schwerkranke und verletzte Patienten des Rettungs- und Notarztdienstes. Ebenfalls nutzen zahlreiche fußläufige Patientinnen und Patienten die Krankenhäuser selbstständig als erste Anlaufstelle oder angesichts langer Facharztwartezeiten bei vielen anderen gesundheitlichen Problemen. Zur letzten Gruppe gehören viele Bürgerinnen und Bürger, die gar keinen Hausarzt mehr haben bzw. diesen nicht erreichen“, führt er weiter aus. Neben den Unfallopfern mit schweren Verletzungen und Personen mit lebensbedrohlichen Notfällen kommen somit noch ganz andere Patientinnen und Patienten in die Notfallaufnahmen als vor 20 Jahren. „Wir müssen darauf reagieren und uns entsprechend anders aufstellen – medizinisch eher als Generalisten bzw. Notfallexperten und organisatorisch und personell als größere und deutlich besser ausgestattete Einheiten als bisher“, begründet Gries. Erfreulich sei, dass dies von der Politik anerkannt wurde und bereits Maßnahmen angelaufen seien, um dies umzusetzen. Er freut sich, dass er bei der Einführung des gestuften System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern und bei Etablierung der Zusatzweiterbildung klinische Akut- und Notfallmedizin mitwirken konnte und aktuell über die notfallmedizinischen Fachgesellschaften auch bei der G-BA Richtlinie zur Ersteinschätzung des medizinischen Versorgungsbedarfs von Hilfesuchenden, die sich zur Behandlung eines Notfalls an ein Krankenhaus wenden, eingebunden ist. „Die Notfallmedizin auf diesem eingeschlagenen Weg mit weiterzuentwickeln ist mir ein großes Anliegen und eine Herzensangelegenheit.“
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