Obstruktion und Dysfunktion der kleinen Atemwege: In Ländern mit entsprechend hoher Last an Tuberkulose als Ursache denken13. April 2023 Abbildung: © Dr_Microbe/stock.adobe.com Mit einer neuen Studie bestätigen deren Autoren die Erkenntnis, dass eine durchgemachte und ausgeheilte Tuberkuloseerkrankung (TB) in einem positiven Zusammenhang mit einer beeinträchtigten Lungenfunktion steht und zu häufigen respiratorischen Symptomen führt. Eine überstandene TB sollte nach Ansicht der Wissenschaftler bei Patienten aus Ländern mit hoher TB-Last als potenziell bedeutsame Ursache für Atemwegsobstruktion und respiratorische Symptome betrachtet werden. Die große bevölkerungsbezogene Querschnittstudie der Arbeitsgruppe umfasste Personen im Alter von mindestens 15 Jahren, für die mit technisch einwandfreie Spirometriemessungen nach Bronchodilatation vorlagen. Eine Post-TB wurde auf der Grundlage radiologischer Befunde und/oder der Krankengeschichte festgestellt. Eine Atemwegsobstruktion definierten die Studienautoren als ein Verhältnis von 1-Sekundenkapazität (FEV1) zu forcierter Vitalkapazität (FVC) nach Bronchodilatation unterhalb der unteren Grenze des Normalwertes der Lungenfunktion (LLN) laut Global Lung Function Initiative (GLI). Eine Dysfunktion der kleinen Atemwege wurde diagnostiziert, wenn mindestens zwei der folgenden Indikatoren unter 65 Prozent des Sollwertes lagen: maximaler mittel-exspiratorischer Fluss, forcierter exspiratorischer Fluss (FEF) 50% oder FEF75%. In der untersuchten Bevölkerungsstichprobe (n=8680; Durchschnittsalter 40,1 Jahre) befanden sich 610 Personen (7,0%; 95%-KI 6,5-7,6) die an TB erkrankt gewesen waren. Diese Post-TB-Patienten litten häufiger an respiratorischen Symptomen (46,8% vs. 28,3%). In dieser Patientengruppe litten 130 Personen (21,3%; 95%-KI 18,1-24,8) an einer Atemwegsobstruktion. Nach Berücksichtigung anderer Störfaktoren war die OR der Atemwegsobstruktion signifikant mit dem Zustand einer Post-TB assoziiert (OR 1,31; 95%-KI 1,05-1,62). Eine Post-TB stand auch in Zusammenhang mit einer Dysfunktion der kleinen Atemwege (OR 1,28; 95%-KI 1,07-1,53), die bei 297 Personen (48,9%; 95%-KI 33,9-53,0) der Post-TB-Patienten beobachtet wurde.
Mehr erfahren zu: "Pharmaverband warnt: Ethanol-Regulierung für Arzneimittelproduktion steht noch aus" Pharmaverband warnt: Ethanol-Regulierung für Arzneimittelproduktion steht noch aus Der Branchenverband Pharma Deutschland begrüßt das ECHA Votum zum Biozidwirkstoff Ethanol, weist aber gleichzeitig auf die begrenzte Aussagekraft für die Arzneimittelherstellung hin.
Mehr erfahren zu: "Neuer Mechanismus erklärt gefährliche COPD-Schübe bei Grippeinfektionen" Neuer Mechanismus erklärt gefährliche COPD-Schübe bei Grippeinfektionen Forschende der Philipps-Universität Marburg haben herausgefunden, warum sich die Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) bei einer Grippe-Infektion oft plötzlich stark verschlechtert.
Mehr erfahren zu: "Hantavirus: Immunantwort auf Puumala-Virusinfektion untersucht" Hantavirus: Immunantwort auf Puumala-Virusinfektion untersucht In Österreich werden jährlich im Schnitt 20 bis 25 Infektionen mit dem Hantavirus, insbesondere mit der Puumala-Variante, diagnostiziert. Bisher war nicht bekannt, wie lange die bei einer durchgemachten Infektion erworbene […]