Obstruktive Schlafapnoe – Schläfrigkeit erkennen22. Januar 2024 Foto: kleberpicui/stock.adobe.com Fenster herunterkurbeln, Koffein, laute Musik und Singen – nutzen Autofahrer mehr als drei dieser Strategien, um wach zu bleiben, könnte das auf übermäßige Schläfrigkeit aufgrund obstruktiver Schlafapnoe (OSA) hinweisen. Schätzungen zufolge leidet eine von fünf Personen unter OSA, allerdings erkennen viele das Problem nicht und die Erkrankung bleibt unbehandelt. Die Folge können Einschlafneigung hinterm Steuer und ein höheres Risiko für Verkehrsunfälle sein. Einer aktuellen Studie zufolge könnte die Frage nach der Nutzung bestimmter Strategien, um beim Autofahren wach zu bleiben (z.B. Fenster öffnen, Koffein, laute Musik etc.) dabei helfen OSA-Patienten mit einem erhöhten Risiko für einen Verkehrsunfall zu identifizieren. Studienautor Dr. Akshay Dwarakanath vom St James’s University Hospital in Leeds (Großbritannien) betont die Bedeutung der Studie: „Bis zu einem Fünftel der Zusammenstöße im Straßenverkehr können auf Müdigkeit oder Schläfrigkeit zurückzuführen sein. Viele OSA-Patienten nehmen aus privaten oder beruflichen Gründen am Straßenverkehr teil, und es gibt gute Hinweise darauf, dass bei einigen Patienten ein erhöhtes Risiko für Zusammenstöße im Straßenverkehr besteht.“ An der Studie nahmen 119 Personen mit OSA teil, die noch nicht behandelt wurden. Als Vergleichsgruppe dienten 105 Personen ohne OSA. Alle Teilnehmer beantworteten Fragen zu ihrer Schläfrigkeit im Allgemeinen, zu ihrer Schläfrigkeit während des Fahrens, zu Strategien, die sie nutzen, um hinter dem Steuer wach zu bleiben und zu Vorfällen im Straßenverkehr, z. B. Kollisionen. Die Forscher fanden heraus, dass Menschen mit OSA im Vergleich zu Gesunden häufiger Strategien anwenden, um beim Autofahren wach zu bleiben. Fast ein Drittel der Personen mit OSA gab an, häufig mehr als drei Bewältigungsstrategien anzuwenden. Keiner der Menschen ohne OSA nutzte mehr als drei Bewältigungsstrategien. Außerdem ergab die Studie, dass Personen mit OSA, die mehr als drei Strategien anwendeten, sich im Allgemeinen und beim Autofahren schläfriger fühlten und mit höherer Wahrscheinlichkeit bereits in einen Unfall verwickelt waren (22,8% vs. 2,4% bei OSA-Patienten, die weniger Bewältigungsstrategien nutzten). Die von OSA-Betroffenen meistgenannten Strategien waren das Öffnen des Fensters, Tee oder Kaffee trinken und die laute Musik. Als weitere Bewältigungsmechanismen wurden Singen, Selbstgespräche, Verändern der Sitzposition, Kaugummi kauen, Anhalten für einen Spaziergang oder Übungen, Anhalten für ein Nickerchen oder um das Gesicht mit kaltem Wasser zu waschen genannt. Dwarakanath erklärte: „Ärzte werden häufig gebeten, Empfehlungen zur Fahrtauglichkeit ihrer Patienten abzugeben. Dies kann eine Herausforderung sein, da es erhebliche Auswirkungen auf den Lebensunterhalt des Patienten haben kann, insbesondere wenn es sich um einen Berufskraftfahrer handelt. Ärzte haben jedoch die Pflicht, Patienten, bei denen ein hohes Unfallrisiko besteht, vom Fahren abzuraten. Unsere Ergebnisse legen nahe, das OSA-Patienten, die nicht therapiert werden, oft Bewältigungsstrategien nutzen, die stellvertretende Maker für Schläfrigkeit sein könnten. Nach diesen Strategien zu fragen, könnte Ärzten dabei helfen Patienten mit erhöhtem Unfallrisiko zu identifizieren und diese entsprechende zu beraten.“
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