Obstruktive Schlafapnoe: Überdrucktherapie und Gesamtmortalität27. November 2019 Foto: ©Andrey Popov/Adobe Stock Der Zusammenhang zwischen Anwendung der Überdrucktherapie (positive airway pressure therapy) und einer reduzierten Mortalität unter Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe ist bislang nicht ausreichend erforscht. Eine aktuelle Studie belegt eine reduzierte Gesamtmortalität. Autoren der medizinischen Fakultät der Descartes-Universität untersuchten im Rahmen einer multizentrischen, populationsbasierten Kohortenstudie Daten von Patienten aus der „Sleep Heart Health Study“ (SHHS), einer Langzeituntersuchung, die zwischen den Jahren 1995 und 1998 stattfand und einen durchschnittlichen Nachsorgezeitraum von 11,1 Jahren umfasste. Die Analysen für die vorliegende Studie wurden im September 2018 durchgeführt. Die Autoren verglichen innerhalb der SHHS-Datensätze Patienten mit Adipositas und schwerer obstruktiver Schlafapnoe, denen eine Überdrucktherapie (n=81) verschrieben wurde bzw. nicht verschrieben wurde (n=311); die Vergleichsanalyse wurde durchgeführt, nachdem die Patienten bezüglich Alter, Geschlecht und Apnoe/Hypopnoe-Index (Anzahl der obstruktiven Apnoen und Hypopnoen pro Stunde innerhalb der artefaktfreien Auswertezeit des Flowsignals) adjustiert wurden. Von den insgesamt 392 Studienteilnehmern waren 316 männlichen Geschlechts und das Durchschnittsalter betrug 63,11 (± 11 Jahre). Innerhalb des Untersuchungszeitraums traten 96 Todesfälle auf: 12 Todesfälle in der Gruppe mit Patienten, denen eine Überdrucktherapie verschrieben wurde, und 84 Todesfälle in der Kontrollgruppe ohne Überdrucktherapie. Daraus ergibt sich eine Inzidenzrate von 12,8 gegenüber 24,7 Todesfällen pro 1.000 Personenjahre. Nach multivariater Cox-Analyse betrug der Risikoquotient der Gesamtmortalität bei Überdrucktherapie 0,38 (95 % Konfidenzintervall [KI], 0,18–0,81). Nach einer Analyse unter „Propensity score matching“ (propensity score matching ermöglicht die verzerrungsfreie Abschätzung der Kausalwirkung einer „treatment“-Variable auf eine Ergebnisvariable sofern Verzerrungen allein aus dem Zusammenhang zwischen Kausalfaktor und beobachteten Kovariaten resultieren betrug der Risikoquotient für die Gesamtmortalität bei Überdrucktherapie 0,58 (95 %-KI 0,35–0,96). In Übereinstimmung mit den Überlebenskurven betrug die Differenz bei der Mortalität 6 bis 7 Jahre nach Beginn der Überdrucktherapie. Das Fazit der Autoren: Die Verordnung einer Überdrucktherapie geht mit einer reduzierten Gesamtmortalität einher; dieser Zusammenhang erscheint erst einige Jahre nach Beginn der Therapie. Diese Daten, so die Autoren, dürften wichtige klinische Auswirkungen nach sich ziehen. (am)
Mehr erfahren zu: "Kinder mit OSA: Erhöhtes Risiko für Grippe und COVID-19" Kinder mit OSA: Erhöhtes Risiko für Grippe und COVID-19 Unabhängig von Alter und Gewicht haben Kinder mit Obstruktiver Schlafapnoe (OSA) ein doppelt so hohes Risiko, an Grippe oder COVID-19 zu erkranken, wie gesunde Kinder – auch nach Adenotonsillektomie.
Mehr erfahren zu: "Land unterstützt UKSH und übernimmt Schulden" Land unterstützt UKSH und übernimmt Schulden Fraktionen und Regierung stehen in Schleswig-Holstein geschlossen hinter dem Universitätsklinikum: Viel Geld fließt in Forschung, Versorgung und Modernisierung. Doch die Entscheidung bringt auch neue Schulden für das Land.
Mehr erfahren zu: "Gerüche: Wie Hunger, Aufmerksamkeit und Erfahrung unsere Nase steuern" Gerüche: Wie Hunger, Aufmerksamkeit und Erfahrung unsere Nase steuern Eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschungsgruppe der Universität Magdeburg untersucht, warum Gerüche unterschiedlich wirken und was das über Erkrankungen des Gehirns verrät.