Öffentliche Gesundheit: Drei Maßnahmen könnten in 25 Jahren 94 Millionen Leben retten10. Dezember 2019 © amnaj – stock.adobe.com Eine Ausdehnung der Blutdruckkontrolle bei Hypertonie-Patienten auf 70%, eine Reduktion des Salzkonsums um 30% und die Eliminierung von Transfettsäuren – mit diesen drei Maßnahmen ließen sich laut einer aktuellen Studie innerhalb von 25 Jahren weltweit fast 95 Mio. Menschenleben retten. Nationale und internationale Anstrengungen zur Ausweitung dieser Maßnahmen sollten einen Schwerpunkt der Programme zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bilden, unterstreichen Dr. Vasilis Kontis vom Imperial College London und seine Koautoren.Die Wissenschaftler hatten globale Daten zu den Mittelwerten von Blutdruck, Natrium- und Transfettaufnahme nach Land, Alter und Geschlecht aus einer gepoolten Analyse von Umfragen zur Gesundheit der Bevölkerung verwendet. Außerdem griffen sie auf regionale Schätzungen der aktuellen Abdeckung mit Antihypertensiva sowie die ursachenspezifischen Sterblichkeitsraten in jedem Land zurück, mit Projektionen von 2015 bis 2040. Um die relativen Risikoreduktionen für jede Intervention abzuleiten, zogen sie die neuesten Metaanalysen epidemiologischer Studien heran. Ihre Auswertung ergab, dass der kombinierte Effekt der 3 Interventionen innerhalb von 25 Jahren 94,3 Mio. Todesfälle verzögern würde (95 %-Unsicherheitsintervall 85,7–102,7). Allein die Erhöhung der Abdeckung mit Antihypertensiva auf 70 % würde 39,4 Mio. Todesfälle verzögern (35,9–43,0), eine Reduktion der Natriumaufnahme um 30 % weitere 40,0 Mio. (35,1–44,6) und die Beseitigung von Transfetten zusätzliche 14,8 Mio. (14,7–15,0). Dabei wären die geschätzten Auswirkungen der Transfettelimination in Südasien am größten, ergänzen sie. In Afrika südlich der Sahara wäre hingegen der Anteil der verzögerten vorzeitigen Todesfälle von allen verzögerten Todesfällen am größten. (sf) Autoren: Kontis V et al.Korrespondenz: Goodarz Danaei; [email protected]Studie: Three Public Health Interventions Could Save 94 Million Lives in 25 YearsQuelle: Circulation 2019;140(9):715–725.Web: dx.doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.118.038160