Ohne Ausnahme: Gute kardiorespiratorische Fitness senkt Mortalität25. November 2022 © Halfpoint – stock.adobe.com (Symbolbild) Die kardiorespiratorische Fitness (CRF) steht im Allgemeinen in umgekehrtem Zusammenhang mit der Gesamtmortalität. Das Ziel einer US-amerikanischen Studie war es nun, die Assoziation der CRF und Mortalitätsrisiko in Abhängigkeit von Alter, Ethnie und Geschlecht zu bewerten. Die Forschenden verwendeten für ihre Studie Daten von insgesamt 750.302 US-Veteranen im Alter von 30–95 Jahren (Durchschnittsalter 61,3 ±9,8 Jahre), darunter ein beträchtlicher Anteil 70-Jähriger (n=110.637), 80-Jähriger (n=26.989), Afroamerikaner (n=142.798), Hispanoamerikaner (n=35.197), amerikanischer Indigener (n=16.050) und Frauen (n=45.232). Alters- und geschlechtsspezifische CRF-Kategorien (Quintile und 98. Perzentil) wurden objektiv auf der Grundlage der während eines standardisierten Laufbandtests erreichten Spitzen-METs (Metabolische Äquivalente) festgelegt. Die Forscher schätzten die HRs für die Mortalität in den CRF-Kategorien mithilfe multivariabler Cox-Modelle. Während der Nachbeobachtungszeit (Median 10,2 Jahre; 7.803.861 Beobachtungsjahre) starben 174.807 Probanden, was einem Durchschnitt von 22,4 Ereignissen/1000 Personenjahren entspricht. Der adjustierte Zusammenhang zwischen CRF und dem Sterberisiko war umgekehrt und über das Altersspektrum, das Geschlecht und die Ethnie gestaffelt. Das niedrigste Sterberisiko wurde bei Männern (HR 0,24; 95%-KI 0,23–0,25) und Frauen (HR 0,23; 95%-KI 0,17–0,29) bei etwa 14,0 METs beobachtet, wobei es keine Hinweise auf einen Anstieg des Risikos bei extrem hohem CRF gab. Das Risiko für die am wenigsten fitten Personen (20. Perzentil) war im Vergleich zu den extrem fitten Personen um das 4-Fache höher (HR 4,09; 95%-KI 3,90–4,20). Fazit Die kardiorespiratorische Fitness (CRF) steht im Allgemeinen in umgekehrtem Zusammenhang mit der Gesamtmortalität. Die Analyse von 750.000 US-amerikanischen Veteranen bestätigt diesen Zusammenhang nun über alle Altersstufen hinweg sowie unabhängig von Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit. Zudem zeigt die Studie einen abgestuften Zusammenhang. Das bedeutet: Je fitter die Personen, desto geringer ist das Mortalitätsrisiko. Ein erhöhtes Risiko bei extremer Fitness konnte nicht beobachtet werden. Schließlich war untrainiert zu sein mit einem höheren Risiko verbunden als jeder der untersuchten kardialen Risikofaktoren. (ah) Autoren: Kokkinos P et al. Korrespondenz: Peter Kokkinos; [email protected] Studie: Cardiorespiratory Fitness and Mortality Risk Across the Spectra of Age, Race, and Sex Quelle: J Am Coll Cardiol 2022;80(6):598–609. Web: https://doi.org/10.1016/j.jacc.2022.05.031
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