Oktopusse werfen mit Gegenständen – Weibchen tun es häufiger21. November 2022 In flagranti: Kraken, die vor der Kamera beim Werfen von Objekten erwischt wurden. Foto: © Peter Godfrey-Smith et al Kraken bewerfen Artgenossen mit Schlick, Muscheln und Algen. Dieses Verhalten war bisher nur bei einigen sozialen Säugetieren beobachtet worden. Weibliche Kraken scheinen dem Verhalten etwas mehr zugetan zu sein. Kraken scheinen andere Kraken manchmal absichtlich mit Schlick zu bewerfen, so die Erkenntnisse einer Studie, die in der Open-Access-Zeitschrift „PLOS ONE“ unter der Leitung von Peter Godfrey-Smith von der University of Sydney und Kollegen veröffentlicht wurde. Die Forschenden hatten das Verhalten von Gemeinen Sydneykraken (Octopus tetricus) in Jervis Bay, Australien, bereits in den Jahren 2015 und 2016 mit Unterwasser-Videokameras aufgezeichnet. Sie analysierten 24 Stunden Filmmaterial über mehrere Tage hinweg und identifizierten 102 Fälle von „Schlammschleudern“. Die Kraken sammelten Material wie Schlick oder Muscheln und gaben es mit einem Wasserstrahl aus ihrem Trichterorgan zum Abschuss frei. Für das Manöver, mussten die Kraken ihr Trichterorgan in eine „ungewöhnliche Position“ bringen, was darauf hindeutet, dass das Verhalten absichtlich ausgeführt wurde. In einem Fall beobachteten die Forscher, wie ein weiblicher Oktopus wiederholt Schlick auf ein Männchen warf, das versucht hatte, sich mit ihm zu paaren, wobei sich das Männchen häufig duckte, um dem Schlick zu entgehen. Beide Geschlechter wurden beim Werfen beobachtet, aber 66% der Würfe wurden von weiblichen Tieren getätigt. Nur etwa 17% der Würfe trafen jedoch tatsächlich andere Kraken. Kraken können ihre Hautfarbe verändern, wobei dunkle Farben im Allgemeinen mit Aggression verbunden sind. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass dunkel gefärbte Individuen dazu neigten, kräftiger zu werfen und eher einen anderen Oktopus zu treffen. Kraken, die von geworfenem Material getroffen wurden, änderten oft ihr Verhalten, indem sie sich duckten oder ihre Arme in Richtung des Werfers hoben. Während der Beobachtungen warfen Tintenfische auch die Überreste ihrer Mahlzeiten und Materialien, um ihre Höhlen zu reinigen. Es gab sogar einen Fall, in dem sie Schlick auf eine der Kameras der Forscher schleuderten, und zwei weitere Fälle, in denen Fische von Würfen getroffen wurden. Bewerfen sich Oktopusse aus Aggression mit Material? Professor Godfrey-Smith sagt, dies sei schwer zu beweisen: „Es wird etwas durch die Tatsache entkräftet, dass es einige Dinge gibt, die wir nicht gesehen haben. Wir haben noch keinen Oktopus gesehen, der von einem Wurf getroffen wurde und das ‚Feuer erwiderte‘, indem er etwas zurückwarf.“ In Fällen, in denen das Werfen als aggressiv interpretiert werden könnte, könnte dies darauf zurückzuführen sein, dass Kraken in beengten Verhältnissen leben. Tintenfische bewohnen den Standort in Jervis Bay in ungewöhnlich hoher Dichte, so dass die Forscher ihn liebevoll „Oktopolis“ nennen. „Die meisten Würfe treffen andere nicht“, sagte Professor Godfrey-Smith. Nur eine Minderheit der Fälle scheint gezielt zu sein. „Ich würde spekulieren, dass viele der gezielten Würfe eher ein Versuch sind, einen ‚persönlichen Raum‘ zu schaffen, aber das ist eben reine Spekulation.“
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