Olaparib beim platinsensitiven rezidivierenden Ovarialkarzinom: Dosisreduktion und Behandlungsunterbrechung nicht nachteilig21. September 2022 SYDNEY (Biermann) – Die Erhaltungstherapie mit Poly(ADP-Ribose)-Polymerase(PARP)-Inhibitoren ist heute bei Patientinnen mit BRCA-mutiertem platinsensitiven rezidivierenden Ovarialkarzinom nach Ansprechen auf eine Chemotherapie Standard. In der SOLO2-Studie kam es allerdings im Zusammenhang mit unerwünschten Ereignissen (UE) bei vielen Patientinnen zu einer Behandlungsunterbrechung, Dosisreduktion und dem Absetzen von Olaparib. Dr. Katherine Francis vom National Health and Medical Research Council Clinical Trials Centre (Australien) und ihre Kollegen verwendeten nun Daten der SOLO2-Studie, um die Auswirkungen einer abweichenden Olaparib-Einnahme auf die Überlebensergebnisse zu bewerten und die mit einer Dosisänderung verbundenen Charakteristika vor Studienbeginn zu identifizieren. Es stellte sich heraus, dass eine Dosisreduktion und Unterbrechung zumindest während der ersten 12 Wochen der Olaparib-Behandlung keinen Einfluss auf das PFS und OS hatte. Die Forschenden berechneten die relative Dosisintensität (RDI), die während der ersten 12 Behandlungswochen als die prozentuale empfangene Dosis der Standardbehandlung (300 mg 2-mal täglich) definiert war. Die Patientinnen wurden dann nach der erhaltenen RDI (>98 %, 90–98 % und <90 %) in Gruppen eingeteilt. Die Untersuchung der Assoziationen zwischen den RDI-Kategorien und dem PFS und OS erfolgte mittels einer Landmark-Cox-Regressionsanalyse über 12 Wochen. Eine logistische Regressionsanalyse diente der Korrelation der zu Studienbeginn gegebenen Charakteristika der Patientinnen mit dem RDI nach 12 Wochen. Patientinnen, die in die Landmark-Analyse eingeschlossen wurden (N=185), hatten über 12 Wochen eine durchschnittliche RDI von 91,4 %. Es gab in dem Zeitraum zwischen den RDI-Kategorien (>98 % [N=110]; 90–98 % [N=29]; <90 % [N=45]) keinen signifikanten Unterschied beim PFS (Median 14,2 vs. 19,3 vs. 34,4 Monate; P=0,37) und OS (Median 49,7 vs. 49,5 vs. 54,1 Monate; P=0,84). Das Risiko für eine RDI von ≤90 % war durch einen Leistungsstatus-Score zu Studienbeginn von 1 (OR 2,54; 95 %-KI 1,11–5,82), Übelkeit (OR 3,17; 95 %-KI 0,9–11,23) und ein Körpergewicht ≤70 kg (OR 1,86; 95 %-KI 0,92–3,76) erhöht. (sh) Autoren: Francis KE et al.Korrespondenz: [email protected]Studie: The impact of olaparib dose reduction and treatment interruption on treatment outcome in the SOLO2/ENGOT-ov21 platinum-sensitive recurrent ovarian cancerQuelle: Ann Oncol 2022;33(6):593–601. Web: www.doi.org/10.1016/j.annonc.2022.02.222