Onkologie: Bewertung der Ressourcen für Bildgebung und Nuklearmedizin

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Die Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen erfordert den Zugang zu bildgebenden Verfahren, um genaue Behandlungsentscheidungen und optimale Ergebnisse zu gewährleisten.

Eine Kommission von „The Lancet. Oncology“ führte eine globale Bewertung der Ressourcen für Bildgebung und Nuklearmedizin durch, welche erhebliche Engpässe bei Geräten und Arbeitskräften, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs) ergab.

Die Wissenschaftler um Prof. Hedvig Hricak vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York, USA, Prof. May Abdel-Wahab von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) in Wien, Österreich, und Prof. Rifat Atun von der Harvard TH Chan School of Public Health in Boston, USA, entwickelten hierzu ein Mikrosimulationsmodell für 11 Krebsarten. Dieses zeigt, dass der Ausbau der Bildgebung zwischen 2020 und 2030 weltweit 3,2% (2,46 Mio.) aller 76,0 Mio. durch die modellierten Krebsarten verursachten Todesfälle abwenden und 54,92 Mio. Lebensjahre einsparen würde. Ein umfassender Ausbau von Bildgebung, Behandlung und Versorgungsqualität würde demnach 9,55 Mio. (12,5%) aller durch die modellierten Krebsarten verursachten Todesfälle weltweit verhindern und 232,30 Mio. Lebensjahre einsparen.

Weiterhin würde der Ausbau der Bildgebung in den Jahren 2020–2030 etwa 6,84 Mrd. US-Dollar kosten, aber weltweit Produktivitätsgewinne von 1,23 Billionen US-Dollar einbringen, was einer Nettorendite von 179,19 US-Dollar pro investiertem US-Dollar entspricht. Eine Kombination aus Ausbau der Bildgebung, Behandlung und Versorgungsqualität würde der Studie zufolge einen Nettonutzen von 2,66 Bio. US-Dollar und eine Nettorendite von 12,43 US-Dollar/investiertem US-Dollar ergeben.

Bei Anwendung eines konservativen Ansatzes in Bezug auf das Humankapital würde allein die Ausweitung der Bildgebung einen Nettonutzen von 209,46 Mrd. US-Dollar und eine Nettorendite von 31,61 US-Dollar pro investiertem US-Dollar bringen, heißt es in der Studie. Bei umfassendem Scale-up liege der weltweite Nettonutzen bei Verwendung des Humankapitalansatzes bei 340,42 Mrd. US-Dollar und die Rendite pro investiertem US-Dollar bei 2,46 US-Dollar. Diese verbesserten gesundheitlichen und wirtschaftlichen Ergebnisse würden für alle geografischen Regionen gelten.

Fazit
Die Autoren schlagen daher Maßnahmen und Investitionen vor, die den Zugang zu bildgebenden Geräten, Personalkapazitäten, digitaler Technologie, Radiopharmaka sowie Forschungs- und Ausbildungsprogrammen in LMICs verbessern würden, um einen massiven gesundheitlichen und wirtschaftlichen Nutzen zu erzielen und die Belastung durch Krebs weltweit zu reduzieren. (ah)

Autoren: Hricak H et al.
Korrespondenz: Hedvig Hricak; [email protected]
Studie: Medical imaging and nuclear medicine: a Lancet Oncology Commission
Quelle: Lancet Oncol 2021;22(4):e136–e172.
Web: https://doi.org/10.1016/S1470-2045(20)30751-8