Online-Erhebung: Ärzte erwarten kaum Verbesserungen vom TSVG14. September 2018 Die im TSVG vorgesehene Anhebung der GKV-Mindestsprechstundenzeit auf 25 Wochenstunden wäre einer Online-Umfrage zufolge ein Flop: Die meisten Ärzte sagen, sie bieten eh schon mehr Stunden an, die anderen können oder wollen diese Stundenzahl nicht leisten. Bild: © tantafoto – Fotolia.com Die weitaus meisten Ärzte erwarten offenbar keine positiven Effekte durch das von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geplante Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Eine Online-Erhebung, an der sich bislang (12. September, 23.00 h) 1417 überprüfte niedergelassene Haus- und Fachärzte aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligt haben, zeigt nach Angaben des Ärztenachrichtendienstes (änd), dass die geplante Erhöhung der verpflichtenden GKV-Mindestsprechstundenzeit von 20 auf 25 Stunden pro Woche für die große Mehrheit keine große Umstellung bedeuten würde, denn: 85 Prozent der befragten Ärzte gaben an, ihren Kassenpatienten schon jetzt mehr als die von der Politik geforderten 25 Stunden anzubieten. Folgerichtig, so heißt es weiter, räumten 15 Prozent der Ärzte ein, dass sie die vom TSVG geforderte Zeit im Moment unterschreiten. Die Gründe dafür seien vielfältig: Rund 28 Prozent dieser Ärzte gaben demnach an, dass Besonderheiten in ihrem medizinischen Tätigkeitsbereich – beispielsweise viele ambulante Operationen – dafür verantwortlich seien. Jeder fünfte Arzt (21 %), so der änd, habe dagegen offen zugegeben, dass er in der Woche einfach nicht so lange arbeiten wolle. 19 Prozent hätten erklärt, dass sich eine umfassendere Sprechstunde für GKV-Patienten finanziell schlichtweg nicht lohne. Terminservicestellen Auch die vieldiskutierten Terminservicestellen (TSS) der Kassenärztlichen Vereinigungen spielen der aktuellen Online-Erhebung zufolge im Alltag der meisten Ärzte offenbar kaum eine Rolle: 95 Prozent der Ärzte gaben an, dass die eigene Praxis nie oder nur extrem selten von der TSS mit Terminanfragen konfrontiert werde. Vier Prozent erklärten, sie hätten regelmäßig Kontakt – und nur ein Prozent der Ärzte berichtete von häufigen Nachfragen. Bessere Vergütung „Dass Minister Spahn künftig eine bessere Vergütung von ärztlichen Leistungen bei Patienten verspricht, die von den Terminservicestellen vermittelt werden, stößt bei den Ärzten auf große Skepsis“, berichtet der änd. Die überwältigende Mehrheit von 89 Prozent der Umfrageteilnehmer glaube nicht, dass dieser Vergütungsanreiz die Versorgungssituation irgendwie verändern oder verbessern werde. Nur elf Prozent der Ärzte sprächen von einer interessanten Entwicklung: Sie könnten sich „dann gut vorstellen, mehr Patienten zu behandeln, die auf diesem Wege zu uns gelangen“. Ein ähnliches Bild ergebe sich bei der geplanten besseren Vergütung der Behandlung von Neupatienten. Die Option „Wir werden dann versuchen, mehr neue Patienten aufzunehmen, damit sich die Sache lohnt“, wählten lediglich elf Prozent der Ärzte als Antwort – verbunden mit der Hoffnung, dass die im Endeffekt gefundene Honorarlösung auch wirklich mehr Geld in die Praxen spüle. 31 Prozent der Umfrageteilnehmer bewerten es zwar grundsätzlich als positiv, dass im Gesetz von extrabudgetärer Vergütung die Rede sei, allerdings bedeute das nicht, dass sie dadurch mehr neue Patienten aufnehmen könnten. „58 Prozent trauen dem Braten auf ganzer Linie nicht: Sie halten die Regelung für kompletten Unsinn“, fasst der änd das Stimmungsbild zusammen. Wartezeiten „Hören Sie oft von Patienten, dass sie zu lange auf einen Termin bei Ihnen warten mussten?“ lautete eine weitere Frage der Online-Erhebung. 63 Prozent der Befragten erklärten, sie hörten solche Klagen nicht oder nur ganz selten. 30 Prozent berichteten von regelmäßigen Patientenbeschwerden, sieben Prozent achteten nach eigenen Angaben gar nicht auf Patientenäußerungen in dieser Richtung. Quelle: OTS / Ärztenachrichtendienst Verlags-AG (änd)
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