Online-Konsil jetzt auch für Peniskarzinom und metastasierendes Nierenzellkarzinom6. September 2021 Homepage des eKonsil Urologie. Screenshot: Biermann Verlag Eine zusätzliche Expertenempfehlung für die Behandelnden von Patienten mit Peniskarzinom oder metastasierendem Nierenzellkarzinom: Was bei Hodenkrebs schon etabliert ist, will die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) nun auch bei diesen beiden Krebserkrankungen anbieten. Im sogenannten eKonsil können sowohl Klinikärztinnen und Klinikärzte als auch niedergelassene Urologinnen und Urologen ihre Befunde datenschutzkonform eingeben. Innerhalb von 48 Stunden erhalten sie von erfahrenen Spezialistinnen und Spezialisten ihrer Wahl eine Rückmeldung zu ihrem Therapieplan. Für Hodentumore gibt es dieses Angebot bereits seit 2006. Initiiert wurde es von der Deutschen Hodentumor-Studiengruppe (GTCSG). Seit 2017 wurde die Online-Plattform – finanziert von der Techniker Krankenkasse (TK) – zusammen mit der DGU und dem aQua-Institut (Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH) als eKonsil neu aufgebaut und immer wieder inhaltlich und technisch optimiert. Inzwischen nutzen die Fachärztinnen und -ärzte bei jedem vierten Hodentumor-Patienten in Deutschland das eKonsil-Portal. Offenbar hat die zweite Meinung deutlicher Einfluss auf die Therapiewahl: Bis zu 40 Prozent der Patienten erhalten nach DGU-Daten eine andere Behandlung als ursprünglich vorgesehen, wenn die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt sich mit Spezialistinnen und Spezialisten noch einmal zum Behandlungsplan austauscht.Finanzielle Anreize für eKonsil-NutzungDie TK und die Hanseatische Ersatzkasse (HEK) zahlen den anfragenden Fachärztinnen und Fachärzten sowie Krankenhäusern eine Dokumentationspauschale als Aufwandsentschädigung, wenn sie per eKonsil Expertinnen und Experten für TK- oder HEK-Versicherte zurate ziehen. Auch die Spezialistinnen und Spezialisten bekommen für ihre Empfehlung ein Honorar. Natürlich kann aber auch für Patienten, die bei anderen Krankenkassen versichert sind, die Zweitmeinung eingeholt werden.„Gerade bei der Behandlung von eher selten auftretenden Tumoren wie dem Hodentumor und dem Peniskarzinom, aber auch bei häufigeren Krebserkrankungen wie dem Nierenzellkarzinom, für das inzwischen in der metastasierten Situation eine Vielzahl von Therapieoptionen zur Verfügung steht, ist das Einholen einer Fachexpertise hilfreich“, kommentiert Prof. Susanne Krege aus dem Vorstand der DGU.Mehr Lebensqualität und bessere Überlebenschancen„Für solche Erkrankungen ist es schwer, flächendeckend den aktuellen Forschungsstand und die neuesten Therapieoptionen vorzuhalten”, erklärt der stellvertretende TK-Vorstandsvorsitzende Thomas Ballast. „Die zweite Meinung hilft, die besten Therapien auszuwählen und gleichzeitig unnötige oder belastende Behandlungen zu vermeiden. Der Austausch der Fachleute ermöglicht den direkten Transfer von aktuellem Forschungswissen aus den gerade erst aktualisierten Leitlinien. Das Programm verbessert damit die Überlebenschancen und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich.”„Mit der online-basierten Zweitmeinung für jetzt drei urologische Tumorentitäten ist ein weiterer großer Schritt zur Verbesserung der uro-onkologischen Patientenversorgung getan”, sagt DGU-Präsident Prof. Arnulf Stenzl. „Das eKonsil ‘Urologie’ schafft beste strukturelle Voraussetzungen für die deutschlandweit höchste Qualität bei der Behandlung unserer Patientinnen und Patienten.” Der ärztliche Direktor der Klinik für Urologie in Tübingen empfiehlt daher, im Sinne der Patienten die Möglichkeit einer Zweitmeinung zu nutzen.DGU-Generalsekretär Prof. Maurice Stephan Michel ergänzt: „Die teilnehmenden Fachexpertinnen und -experten zeichnen sich durch besondere Erfahrung, Kenntnis und wissenschaftliche Tätigkeit auf dem Gebiet der jeweiligen Tumorentität aus und stehen für eine hohe Anlehnung an die Empfehlungen in den aktuellen Leitlinien.“ (DGU/ms)
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