Onychomykose: Ungenaue Diagnose verhindert Therapie

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Onychomykose, die häufigste Ursache für Nageldystrophie, wird im Allgemeinen durch eine klinische Untersuchung diagnostiziert. Die aktuellen Leitlinien für die niederländische Allgemeinmedizin empfehlen Bestätigungstests nur in Zweifelsfällen oder bei unzureichendem Ansprechen auf die Behandlung, schreiben die Autoren. Eine korrekte Diagnose könne sich jedoch angesichts der großen Vielfalt klinischer Merkmale als schwierig erweisen.

Ziel der Untersuchung war die Ermittlung der Genauigkeit der klinischen Diagnose von Onychomykose durch Hausärzte. Unter Verwendung von 137 vollständigen Datensätzen aus der Onycho-Studie wurde die diagnostische Genauigkeit der klinischen Diagnose als Indextest mit Bestätigungstests als Referenztest verglichen. Die Forscher führten eine Sensitivitätsanalyse durch, um die Diagnosewerte für verschiedene Kombinationen von Index- und Referenztest zu ermitteln.

Mittels logistischer Regression wurde berechnet, welche klinischen Merkmale mit dem positiven Vorhersagewert (PPV) des Indextests in Zusammenhang stehen. Die klinische Genauigkeit der hausärztlichen Diagnosen, das heißt der PPV des Indextests, betrug 74,5%. Die Sensitivitätsanalyse ergab keinen signifikanten Unterschied im diagnostischen Wert. Männliche Geschlecht und eine frühere Behandlung erhöhten die klinische Genauigkeit signifikant mit einer OR von 3,873 (95%-KI 1,230–12,195) bzw. OR 4,022 (95%-KI 1,075–15,040).

Fazit
Die Studie zeige, so die Autoren, dass die klinische Diagnose der Onychomykose durch Hausärzte häufig nicht genau genug war, um eine Behandlung einzuleiten. (am)

Autoren: Watjer RM et al.
Korrespondenz: Roeland M Watjer; [email protected]
Studie: The accuracy of clinical diagnosis of onychomycosis
Quelle: BJGP Open. 2023 Sep 19;7(3):BJGPO.2022.0186.
Web: https://doi.org/10.3399/BJGPO.2022.0186