Optimale Midazolam-Dosis zur Sedierung von Kindern in der Notfallmedizin11. November 2025 Symbolfoto: ©AnnaStills/stock.adobe.com Intranasales Midazolam wird häufig zur Sedierung von Kindern bei kleineren Eingriffen verwendet. Doch welche Dosis ist hierfür am besten geeignet? Eine aktuelle Studie gibt Hinweise. Intranasales Midazolam kommt in Deutschland als Off-Label-Use zur Sedierung bei Kindernotfällen zur Anwendung. Die S2k-Leitlinie „Medikamentensicherheit bei Kindernotfällen“ empfiehlt in dieser Indikation eine Dosis von 0,2 bis 0,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Eine Unterdosierung kann zu einer ungenügenden Sedierung in Verbindung unzureichender Analgesie und Stress während des Eingriffs führen. Überdosierungen sind hingegen mit mehr Nebenwirkungen verbunden. Mediziner aus New York und Boston (USA) gingen nun der Frage nach der optimalen Dosis von intranasalem Midazolam für die Sedierung bei Eingriffen bei Kindern nach. Die Forscher um Daniel S. Tsze vom Columbia University Vagelos College of Physicians and Surgeons (New York) führten dazu eine prospektive, doppelblinde, adaptive, randomisierte klinische Studie an einer einzelnen pädiatrischen Notaufnahme durch. Ihre Erkenntnisse publizierten im Fachmagazin „JAMA Pediatrics“. Randomisierte Studie mit 101 Kindern Die Studie lief zwischen September 2021 und Mai 2024 und umfasste 101 Kinder (37,6% weiblich). Die Teilnehmer waren im Alter von sechs Monaten bis sieben Jahren (medianes Alter 3 Jahre; IQR 2–4) mit einer einfachen Schnittwunde, die zur Versorgung intranasales Midazolam benötigten. Der Wirkstoff wurde in den Dosen 0,2 mg/kg (n=19), 0,3 mg/kg (n=24), 0,4 mg/kg (n=29) oder 0,5 mg/kg (n=29) verabreicht. Tsze und Kollegen verwendeten das sequenzielle Auswahlverfahren nach Levin-Robbins-Leu. Dieses eliminierte im Studienverlauf die Dosen 0,2 mg/kg und 0,3 mg/kg. Mit diesen wurde im Vergleich zur Dosis mit der besten Wirksamkeit nicht die vorab festgelegte Rate eines adäquaten Sedierungszustands (primärer Zielparameter) erreicht. Dieser war definiert als: ein PSSS(Pediatric Sedation State Scale)-Wert von 2, 3 oder 4 für mindestens 95 Prozent des Eingriffs Fehlen eines PSSS-Wertes von 0 oder 1 Beginn des Eingriffes innerhalb von 17 Minuten nach der Verabreichung von intranasalem Midazolam Vollendung des Eingriffs. Optimale Dosis zwischen 0,4 und 0,5 Milligramm pro Kilogramm Von den verbleibenden Dosen (0,4 und 0,5 mg/kg) verglichen die Forschenden schließlich die sekundären Ergebnisse. Diese umfassten einen idealen Sedierungszustand (PSSS-Wert von 2 oder 3 für 100% des Eingriffs), die Zeit bis zum Einsetzen der minimalen Sedierung, unerwünschte Ereignisse, die Zeit bis zur Genesung sowie die Zufriedenheit von Ärzten und Pflegekräften. Hinsichtlich dieser entdeckten die Forscher keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Die optimalen Dosen von intranasalem Midazolam für die Sedierung bei Kindern, die sich einer Wundnaht unterzogen, lagen in der Studie somit bei 0,4 und 0,5 mg/kg. Diese Erkenntnis könne in die klinische Praxis und zukünftige Studien zu intranasalem Midazolam für die Sedierung einfließen, folgen die Studienautoren. (ej/ah/BIERMANN)
Mehr erfahren zu: "Tierexperimentelle Beobachtung: Schmerzrückbildung ist geschlechtsspezifisch" Tierexperimentelle Beobachtung: Schmerzrückbildung ist geschlechtsspezifisch Laut neuen Erkenntnissen einer Würzburger Forschungsgruppe unterscheiden sich die Mechanismen der Schmerzrückbildung zwischen den Geschlechtern, obwohl die unmittelbare Reaktion auf eine Verletzung weitgehend gleich ist.
Mehr erfahren zu: "Gesundheits-Sparpaket: Grüne erwägen juristische Schritte" Gesundheits-Sparpaket: Grüne erwägen juristische Schritte Kurzfristige Änderungen, knappe Beratungszeit – die Grünen kritisieren das Gesetzgebungsverfahren beim Gesundheits-Sparpaket der Koalition als „stümperhaft“. Die Grünen erwägen juristische Schritte.
Mehr erfahren zu: "Männer und Frauen lösen Schmerzen unterschiedlich auf" Männer und Frauen lösen Schmerzen unterschiedlich auf Würzburger Forschende untersuchten das Spinalganglion bei Ratten nach einer Nervenverletzung sowie während der Schmerzrückbildung. Die Forschenden fanden heraus, dass die Mechanismen der Schmerzrückbildung geschlechtsspezifisch sind, obwohl die unmittelbare Reaktion auf […]