Organspende: Pläne für mehr Nieren auf dem Weg

Foto: © Tom/stock.adobe.com

Tausende Patienten müssen lange auf eine gespendete Niere warten. Jetzt kommt eine Gesetzgebung in Gang, die bessere Bedingungen schaffen soll.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken setzt auf bessere Aussichten für schwer kranke Patienten durch geplante größere Möglichkeiten für Nierenspenden zu Lebzeiten. „Dieses Gesetz wird Leben retten“, sagte die CDU-Politikerin bei der Einbringung eines Entwurfs im Bundestag. Der Bedarf an Spenderorganen sei derzeit bei weitem nicht gedeckt, Wartezeiten von bis zu acht Jahren seien zu lang. Daher solle der Kreis der Spender und Empfänger erweitert werden. Das bedeute Hoffnung für Betroffene und ihre Angehörigen.

Über-Kreuz-Spenden ermöglichen

Die Gesetzespläne sehen vor, auch Nierenspenden zwischen unterschiedlichen Paaren „über Kreuz“ zu ermöglichen. Hintergrund sind bisher enge Grenzen für Lebendspenden. Ein Organ übertragen lassen kann man demnach nur an Verwandte ersten oder zweiten Grades, Ehegatten, eingetragene Lebenspartner oder andere Personen in einem besonderen „Naheverhältnis“.

Konkret geht es um das Übertragen einer Niere, wenn es unter Spenderpaaren (Spender/Empfänger) medizinisch nicht möglich ist. Künftig soll die Niere dann nicht an die geplante nahe Person, sondern „über Kreuz“ an einen passenden Empfänger gehen können, der mit einem für sich vorgesehenen nahestehenden Spender ebenfalls nicht kompatibel ist. Im Gegenzug geht die Spenderniere des anderen Paares an die Empfängerin oder den Empfänger des ersten Paares.