Osteoporose könnte sich bei Frauen nach der Menopause als tödlich erweisen22. Mai 2026 Knochendichtemessung der Hüfte (Symbolbild: © RFBSIP/stock.adobe.com) Osteoporose, die nach der Menopause sehr häufig auftritt, wird seit Langem mit einem erhöhten Frakturrisiko in Verbindung gebracht. Eine neue Studie legt nun nahe, dass sie auch das allgemeine Sterberisiko einer Frau deutlich erhöhen könnte. Mit der Alterung der Gesamtbevölkerung steigt auch die Inzidenz von Osteoporose. Im Jahr 2022 lag die weltweite Prävalenz von Osteoporose bei 19,7 Prozent, wobei Frauen eine signifikant höhere Prävalenz aufwiesen als Männer (23,1 %). Einer Studie zufolge wird die Zahl der weltweit von Osteoporose betroffenen Menschen bis zum Jahr 2030 voraussichtlich 263 Millionen erreichen – davon 154 Millionen Frauen. Frühere Forschungsarbeiten haben dokumentiert, dass postmenopausale Frauen innerhalb eines Jahres nach einer Hüft- oder Wirbelfraktur eine signifikant höhere Sterblichkeitsrate aufweisen. Der Abfall des Östrogenspiegels während des Übergangs in die Menopause wird mit einer Reihe physiologischer Veränderungen in verschiedenen Körpersystemen in Verbindung gebracht; dazu gehören der Knochenstoffwechsel, die Herz-Kreislauf-Funktion, die Muskelmasse sowie die Fettverteilung. Was die Knochengesundheit betrifft, so beschleunigt der sinkende Östrogenspiegel den Knochenabbau und hemmt den Knochenaufbau. Dies führt zu einem raschen Rückgang der Knochenmineraldichte (insbesondere im Bereich des Oberschenkelknochens), was wiederum das Risiko für Osteoporose und Frakturen erhöht. Die meisten bisherigen Forschungsarbeiten konzentrierten sich auf den Zusammenhang zwischen einer niedrigen Knochenmineraldichte und negativen gesundheitlichen Folgen wie Stürzen und Frakturen. Es fehlt jedoch an systematischen Studien, die untersuchen, ob eine Steigerung der Knochendichte bei postmenopausalen Frauen das Sterberisiko senken kann. In der vorliegenden neuen Studie, an der fast 3.000 postmenopausale Frauen teilnahmen, wurde die Knochenmineraldichte an vier Messpunkten des Oberschenkelknochens mittels Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) ermittelt. Sterberisiko bei Osteoporose um 47 Prozent erhöht Die Auswertung ergab, dass das Sterberisiko signifikant erhöht war, sobald die Knochenmineraldichte des Oberschenkelknochens den osteoporotischen Schwellenwert erreichte oder osteoporotische Frakturen vorlagen. Nach vollständiger statistischer Adjustierung aller Einflussfaktoren war Osteoporose mit einem um 47 Prozent erhöhten Sterberisiko assoziiert. Innerhalb bestimmter Messbereiche wurde ein stärkerer inverser Zusammenhang zwischen einer höheren Knochenmineraldichte und dem Sterberisiko beobachtet; dies legt nahe, dass die Knochenmineraldichte als prognostischer Biomarker für den allgemeinen Gesundheitszustand dienen sollte. Die Ergebnisse der Studie wurden online in „Menopause“, der Fachzeitschrift der Menopause Society, veröffentlicht. „Osteoporose bleibt nach der Menopause oft eine stille Bedrohung – trotz ihrer tiefgreifenden Auswirkungen auf das Leben von Frauen: von Größenverlust, Gleichgewichtsstörungen und eingeschränkter Mobilität bis hin zu körperlichen Verformungen, Schmerzen und sogar vorzeitigem Tod. Frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen und präventive Maßnahmen – darunter eine kalziumreiche Ernährung (vorzugsweise aus natürlichen Nahrungsquellen), regelmäßige körperliche Betätigung unter Belastung sowie gegebenenfalls eine Hormontherapie – können die Knochengesundheit signifikant verbessern und nicht nur das Risiko für Knochenbrüche, sondern auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebsarten und Demenz senken. Es ist an der Zeit, dieses Thema stärker in den öffentlichen Fokus zu rücken“, sagt Dr. Monica Christmas, stellvertretende medizinische Direktorin der Menopause Society. (lj/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Herzgesundheit als Indikator für Frakturrisiko bei postmenopausalen Frauen Fast jede vierte hochaltrige Frau von Osteoporose betroffen
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