Outcomes: Krebsdiagnose kein Ausschlusskriterium für Intensivstation27. Dezember 2018 Foto: © sudok1/Fotolia Krebs ist eine Diagnose, die unter chirurgischen Intensivpatienten häufig zu finden ist. Eine aktuelle Studie scheint zu zeigen, dass die initialen Outcomes dieser Patienten im Vergleich zu denen von Intensivpatienten mit anderen Erkrankungen günstig sind. Die Verfasser der kürzlich publizierten Arbeit erklären daher, dass eine Krebsdiagnose bei Patienten mit chirurgisch behandelten Erkrankungen kein Ausschlusskriterium für eine Versorgung auf einer Intensivstation (ICU) sein sollte. Die Studienautoren verglichen die klinischen Merkmale und Outcomes chirurgischer Patienten mit und ohne Krebserkrankung, die auf eine ICU aufgenommen werden. Dafür führten sie eine retrospektive, beobachtende Kohortenstudie durch. Verwendet wurden dafür ICU-Audit-Protokolle in Verbindung mit Entlassdokumentationen, Krebsregistern und Sterbeurkunden aller 16 Allgemein-ICU für erwachsene Patienten im Westen Schottlands. Eingeschlossen in die Analyse wurden alle 25.017 chirurgisch behandelten Intensivpatienten zwischen dem 1. Januar 2000 und dem 31. Dezember 2011. Intensivpatienten mit Krebserkrankung wurden mit Patienten ohne Krebs im Hinblick auf folgende Patientenmerkmale verglichen: Alter, Geschlecht, Schweregrad der Erkrankung, Einweisungsgrund und Organunterstützung. Verglichen wurden die beiden Patientengruppen auch hinsichtlich des Überlebens: auf Intensivstation, im Krankenhaus, nach 6 Monaten und nach 4 Jahren) Von den 25.017 chirurgischen Intensivpatienten waren 13.684 (54,7 %) Männer, das mittlere Alter (Interquartilsbereich [IQR]) betrug 64 Jahre (50–74), und bei 5462 (21,8 %) war ein solider Tumor diagnostiziert worden. Die Krebspatienten waren älter (Durchschnittsalter [IQR] 68 Jahre [60–76] vs. 62 Jahre [45–74]; p <0,001). Bei den Patienten mit Krebserkrankung war der Anteil elektiver Krankenhausaufenthalte höher (60,5 % vs. 19,8 %; p<0,001). Die APACHE-II-Scores unterschieden sich zwischen den beiden Patientengruppen nicht (beide median 17). Bei den Krebspatienten kamen weniger Multiorgan-unterstützende Maßnahmen zum Einsatz (57,9 % vs. 66,7 %; p<0,001). Die ICU und die Krankenhausmortalität waren in der Krebsgruppe mit 12,2 % niedriger (95 %-Konfidenzintervall [KI] 11,3–13,1) im Vergleich zu 16,8 % (95 %-KI 16,3–17,4; p<0,001) und 22,9 % (95 %-KI 21,8–24,1) gegenüber 28,1 % (95 %-KI 27,4–28,7; p<0,001). Bei den Krebspatienten lag die adjustierte Odds Ratio für die Krankenhausmortalität bei 1,09 (95 %-KI 1,00–1,19). Nach 6 Monaten war die Mortalität in der Krebsgruppe mit 31,3 % höher als in der Kontrollgruppe mit Patienten ohne Krebserkrankung mit 28,2 % (p<0,001). Die Mortalität 4 Jahre nach der Aufnahme auf die ICU betrug mit Krebs 60,9 % und ohne Krebserkrankung 39,7 % (p<0,001).
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