Paclitaxel/Trastuzumab beim kleinen N- HER2+ Brustkrebs: Kombination als angemessener Behandlungsstandard bestätigt

BOSTON (Biermann) – Für Patientinnen mit kleinem N- HER2+ Brustkrebs stellt adjuvantes Paclitaxel und Trastuzumab einen angemessenen Behandlungsstandard dar.

Zu diesem Ergebnis kommen Dr. Sara M. Tolaney vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston (USA) und ihre Kollegen in ihrer abschließenden 10-Jahres-Analyse der unverblindeten, 1-armigen Phase- II-Studie APT. Das genomische HER2DX-Tool könnte helfen, die Prognose für diese Population zu verfeinern, ergänzen sie.

Für die unverblindete, 1-armige Phase-II-Studie waren Erwachsene mit kleinem (≤3 cm) N- HER2+ Brustkrebs und einem ECOG-Status von 0–1 an 16 Einrichtungen in 13 Städten in den USA rekrutiert worden. Wer dafür geeignet war, erhielt 12 Wochen lang wöchentlich intravenös Paclitaxel (80 mg/ m2) mit intravenösem Trastuzumab (Aufsättigungsdosis von 4 mg/kg, nachfolgende Dosen 2 mg/kg), gefolgt von Trastuzumab (wöchentlich mit 2 mg/kg oder 1-mal alle 3 Wochen in einer Dosis von 6 mg/ kg) für 40 Wochen.

Von 410 rekrutierten Patienten (29.10.2007–03.09.2010) erhielten 406 adjuvant Paclitaxel sowie Trastuzumab und wurden in die Analyse eingeschlossen. Das mittlere Alter bei der Aufnahme in die Studie betrug 55±10,5 Jahre, bis auf 1 Mann handelte es sich ausschließlich um Frauen (405/406; 99,8 %), 350 (86,2 %) waren weiß, 28 (6,9 %) schwarz oder afroamerikanisch, und 272 (67,0 %) hatten eine HR+ Erkrankung.

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 10,8 Jahren (Interquartilsabstand 7,1–11,4) dokumentierte das Team unter 406 Patienten in der Analysepopulation 31 invasive (i) DFS-Ereignisse, darunter 6 lokoregionäre ipsilaterale Rezidive (19,4 %), 9 neue kontralaterale Brustkrebserkrankungen (29,0 %), 6 Fernmetastasen (19,4 %) und 10 Todesfälle jeglicher Ursache (32,3 %). Das 10-Jahres-iDFS geben die Autoren mit 91,3 % an (95 %-KI 88,3–94,4), das rezidivfreie 10-Jahres- Intervall mit 96,3 % (95 %-KI 94,3–98,3), das 10-Jahres-OS mit 94,3 % (95 %-KI 91,8–96,8) und die Rate des Brustkrebs-spezifischen Überlebens über 10 Jahre mit 98,8 % (95 %-KI 97,6–100). Ferner stellten sie in explorativen Analysen fest, dass der HER2DX-Risiko-Score als kontinuierliche Variable signifikant mit dem iDFS (HR/Zunahme um 10 Einheiten 1,24; 95 %-KI 1,00–1,52; p=0,047) und dem rezidivfreien Intervall (HR/Zunahme um 10 Einheiten 1,45; 95 %-KI 1,09–1,93; p=0,011) assoziiert war. Die Studie wird von einem Kommentar begleitet (www.doi.org/10.1016/S1470- 2045(23)00064-5). (sf)

*Eastern Cooperative Oncology Group

Autoren: Tolaney SM et al.
Korrespondenz: [email protected]
Studie: Adjuvant paclitaxel and trastuzumab for node-negative, HER2-positive breast cancer: final 10-year analysis of the open-label, single-arm, phase 2 APT trial
Quelle: Lancet Oncol 2023;24(3): 273–285.
Web: www.doi.org/10.1016/S1470- 2045(23)00051-7