Pädiatrie: Ultraschall zur Diagnose der Pneumonie

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Die klinische Diagnose einer Lungenentzündung ist oft ungenau und kann zu einem Übergebrauch von Antibiotika führen, während die radiologische Diagnose eine mangelnde Empfindlichkeit aufweisen kann. Der Point-of-Care-Lungenultraschall ist ein neues diagnostisches Instrument.

Bislang gibt es jedoch nur begrenzte prospektive Daten über die diagnostische Treffsicherheit in der pädiatrischen Notaufnahme. Wissenschaftler aus Australien, Kanada und Thailand haben nun die diagnostische Genauigkeit des Lungenultraschalls bei Lungenentzündung im Vergleich zur Röntgenaufnahme des Thorax (TR) als Referenzstandard überprüft.

Ihre prospektive Beobachtungskohortenstudie in der pädiatrischen Notaufnahme umfasste Kinder im Alter von 1 Monat bis <18 Jahren, die wegen des Verdachts auf Lungenentzündung eine TR erhalten hatten. Der Lungenultraschall wurde von 2 verblindeten Radiologen mit spezieller Ausbildung durchgeführt. Eine sonographische Lungenentzündung war definiert als Lungenverdichtung mit Bronchopneumogramm.

Sowohl die Röntgen als auch die Ultraschallergebnisse mussten von 2 Ärzten ausgewertet werden, wobei die Endergebnisse im Falle von Meinungsverschiedenheiten von einem Schiedsrichter festgelegt wurden. Die Therapieentscheidung erfolgte durch Ärzte, die hinsichtlich der Ultraschallergebnisse verblindet waren. Das Follow-up erfolgte per Telefonbefragung und Krankenblatt, um eine endgültige Diagnose und Informationen zum Einsatz von Antibiotika zu erhalten.

Bei 44 von 97 in die Studie eingeschlossenen Patienten (45%) sprach die Röntgenaufnahme für eine Pneumonie, der Ultraschall war in 57 Fällen (59%) positiv. Die Ultraschallempfindlichkeit betrug 91% (95%-Konfindenzintervall [KI] 78–98), die Spezifität 68% (95%-KI 54–80).

Die Ultraschallergebnisse zeigten eine größere Übereinstimmung mit der TR und dem Patienten-Outcome, wenn die sonographische Verdichtung 1 cm überschritt. Bei 13 von 57 Patienten mit sonographischer Verdichtung verbesserte sich der Zustand ohne Antibiotika.

Fazit
Die Autoren schlussfolgern aus ihren Ergebnissen, dass der Lungenultraschall bei Patienten mit einer möglichen Lungenentzündung eine Rolle als Erstlinienbildgebung spielen kann, mit einer höheren Spezifität für Verdichtungen >1 cm. (ej)

Autoren: Lissaman C et al.
Korrespondenz: Dr. Adam O’Brien; [email protected]
Studie: Prospective observational study of point-of-care ultrasound for diagnosing pneumonia
Quelle: Arch Dis Child 2019;104(1):12–18.
Web: https://doi.org/10.1136/archdischild-2017-314496