Pädiatrische akute Sinusitis: Reduzierung der Rate von Revisions-OPs14. November 2018 Foto: © BillionPhotos.com – Fotolia.com In einer aktuell im „Journal of Otolaryngology-Head & Neck Surgery“ veröffentlichten Studie beschreiben die Autoren einer pädiatrischen HNO-Abteilung die Demografie sowie den klinischen Verlauf von intrakraniellen Komplikationen bei Kindern mit Sinusitis. Außerdem erklären sie Faktoren, bei deren Vorliegen eine Revisionsoperation in dieser Population prognostizierbar ist – etwa die Art des Eingriffs. Die Untersuchung wurde an einem pädiatrischen Krankenhaus zur Maximalversorgung durchgeführt. Ein die letzten 15 Jahre berücksichtigendes Review identifizierte 71 Patienten mit intrakraniellen Komplikationen bei akuter Sinusitis. Als Primärziel der Studie galt die Notwendigkeit einer Revisionsoperation, Sekundärziele waren Wiedereinlieferung, Dauer des Klinikaufenthalts sowie Langzeitkomplikationen. Die Studie ist laut den Verfassern die bislang umfangreichste Untersuchung zu dieser Thematik. Bei insgesamt 69 Patienten (97 %) waren chirurgische Eingriffe notwendig; bei 33 Patienten (46 %) musste eine Revisionsoperation durchgeführt werden. Die Hälfte der Patienten mit Verschattung der Stirnhöhle wurde zum Zeitpunkt der Vorstellung chirurgisch behandelt (endoskopisch, Trepanation oder Kranialisation). Hinsichtlich der Notwendigkeit von Revisionsoperationen gab es zwischen den Patienten mit Stirnhöhlen-OP und denen ohne einen solchen Eingriff keine Unterschiede, auch kam es bei den Patienten mit Stirnhöhlen-OP nicht zu einer höheren Komplikationsrate oder chronischer Sinusitis (p > 0,05). Subduralabszesse waren mit mehrfachen chirurgischen Prozeduren assoziiert (Chancenverhältnis 20,0; p < 0,01). Ein neurochirurgischer Eingriff war bei 34 Patienten (49 %) notwendig. Diese Patienten benötigten einen längeren Klinikaufenthalt (Chancenverhältnis 11,0; p < 0,01), bei ihnen kam es auch zu höheren Wiederaufnahmeraten (p = 0,02). Während des 92-monatigen Follow-Ups traten bei 22 Patienten (33 %) Langzeitkomplikationen auf, und es kam zu 1 Todesfall (1,4 %). Annähernd die Hälfte der Patientenkohorte benötigte multiple chirurgische Eingriffe, schreiben die Autoren im Fazit zu ihrer Studie. Besonders bei Patienten mit Subduralabszessen kam es zu höheren Raten von Revisionsoperationen. Die Art und Weise der Stirnhöhlen-OP korrelierte nicht mit der Notwendigkeit von Revisionsoperationen und stand nicht mit der Rate auftretender Komplikation in Zusammenhang. (am)
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