Paracetamol in der Schwangerschaft: Keine Hinweise auf erhöhtes Risiko für Autismus, ADHS oder geistige Behinderungen

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Laut einer aktuellen Metaanalyse gibt es keine Hinweise darauf, dass die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft das Risiko von Autismus, ADHS oder geistiger Behinderung bei Kindern erhöht.

Dies geht aus der – nach Angaben der Autoren – strengsten Synthese der bis dato vorliegenden Erkenntnisse zu dieser Fragestellung hervor, die in der Fachzeitschrift „The Lancet Obstetrics, Gynaecology, & Women’s Health“ veröffentlicht wurde.

Im September 2025 äußerte die US-Regierung die Vermutung, dass die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft das Risiko für Autismus bei Kindern erhöhen könnte. Frühere Metaanalysen deuteten auf geringe Zusammenhänge zwischen Paracetamol in der Schwangerschaft und einem erhöhten Risiko für Autismus und ADHS hin, diese basierten jedoch häufig auf Studien mit Verzerrungen.

Eher mütterliche Faktoren als Ursache vermutet

Diese neue systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse untersuchte 43 Studien und kam zu dem Schluss, dass die größten und methodisch strengsten Studien, wie beispielsweise solche mit Geschwistervergleichen, starke Belege dafür liefern, dass Paracetamol während der Schwangerschaft weder Autismus, ADHS noch geistige Behinderungen verursacht.

Die Autoren geben an, dass die Ergebnisse der Geschwistervergleiche und die zusammengefassten Resultate aus mehreren Studien darauf hindeuten, dass die zuvor berichteten Zusammenhänge zwischen Paracetamol während der Schwangerschaft und Autismus, ADHS oder geistigen Behinderungen eher auf andere mütterliche Faktoren wie zugrunde liegende Schmerzen, Unwohlsein, Fieber oder genetische Veranlagung als auf eine direkte Wirkung des Paracetamols zurückzuführen sind.