Parathyreoidektomie bei Hyperparathyreoidismus: Verbesserung der Depressionswerte25. Oktober 2019 © Syda Productions – stock.adobe.com Mehrere Studien weisen darauf hin, dass Patienten mit primärem Hyperparathyreoidismus (PHPT), die sich einer Nebenschilddrüsenoperation unterziehen, eine Verbesserung der Stimmung und der neuropsychologischen Funktion aufweisen. Die aktuelle Analyse US-amerikanischer Wissenschaftler zielte darauf ab, die Beziehung zwischen biochemischen und klinischen Variablen sowie die Verbesserung der Depressionswerte und spezifischer Symptome nach einer Parathyreoidektomie zu untersuchen. In die prospektive beobachtende Fallkontrolle wurden Patienten mit PHPT, die sich einer Parathyreoidektomie (n=88) oder einer Schilddrüsenoperation (n=85) unterziehen, eingeschlossen. Der Patient Health Questionnaire-9 (PHQ-9) wurde verwendet, um Depressionswerte zu Studienbeginn und 12 Monate nach der Operation zu erhalten. Bei der Aufnahme gab es keinen Unterschied zwischen den Gruppen in der Anzahl der Patienten mit einer Depressionsdiagnose. Die PHQ-9-Ausgangswerte waren jedoch bei PHPT signifikant höher (Median 7,5 Bereich 0–27) als bei Patienten mit Schilddrüsenchirurgie (Median 3,0 Bereich 0–18; p<0,0001). Nach der Operation verbesserten sich alle PHQ-9-Scores und unterschieden sich nicht mehr zwischen PHPT- und Schilddrüsen-OP-Gruppen. Der Ausgangswert des Nebenschilddrüsenhormons, jedoch nicht der Kalziumspiegel, hatte eine schwache Beziehung zur Veränderung des PHQ-9-Werts nach einer Nebenschilddrüsenoperation (p=0,003). Der PHQ-9-Ausgangswert korrelierte mit der Veränderung des PHQ-9-Werts 12 Monate nach der Nebenschilddrüsenoperation (p<0,001). Fazit Nach einer Nebenschilddrüsenentfernung bei Patienten mit PHPT verbessern sich die Depressionswerte sowohl in somatischen als auch in kognitiven Bereichen. (rl) Autoren: Kearns AE et al. Korrespondenz: Ann E. Kearns; [email protected] Studie: Clinical characteristics and depression score response after parathyroidectomy in primary hyperparathyroidism Quelle: Clin Endocrinol (Oxf) 2019;91:464–470. Web: https://doi.org/10.1111/cen.14045