Parkinson: Probleme mit den Augen sind häufig23. März 2020 Foto: ©fizkes – stock.adobe.com Verschwommenes Sehen, trockene Augen sowie Probleme mit der Akkommodation und Adaption treten bei Menschen mit Morbus Parkinson häufiger auf als bei Altersgenossen ohne die Erkrankung. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. “Für Menschen mit Parkinson ist es besonders wichtig, die bestmögliche Sehkraft zu haben, weil sie dazu beitragen kann, die durch die Krankheit verursachten Bewegungsprobleme zu kompensieren und das Sturzrisiko zu verringern”, sagte Studienautor Carlijn D.J.M. Borm vom Radboud University Medical Centre in Nijmegen, Niederlande. “Unsere Studie ergab aber nicht nur, dass Menschen mit Morbus Parkinson Augenprobleme haben, die über den normalen Alterungsprozess hinausgehen, sondern wir fanden auch heraus, dass diese Probleme ihr tägliches Leben beeinträchtigen können. Dennoch ist die Mehrzahl der Augenprobleme behandelbar, deshalb ist es wichtig, dass Menschen mit Parkinson daraufhin untersucht und behandelt werden.” An der Studie nahmen 848 Menschen mit Morbus Parkinson teil, die im Durchschnitt seit sieben Jahre Symptome hatten. Sie wurden mit 250 Personen ohne Parkinson-Erkrankung verglichen. In beiden Gruppen betrug das Durchschnittsalter 70 Jahre. Die Teilnehmer füllten einen Fragebogen über Seh- und Augenprobleme aus. Für jedes beschriebene Problem, wie “Ich habe ein brennendes Gefühl oder ein körniges Gefühl in den Augen” und “Linien, die gerade sein sollten, erscheinen gewellt oder verschwommen”, wurden die Teilnehmer gebeten, aus einer Reihe von vier Antworten auszuwählen, denen jeweils unterschiedliche Punktwerte zugeordnet waren. Es gab 16 solcher Fragen sowie eine Frage zu visuellen Halluzinationen. Insgesamt konnten 51 Punkte erzielt werden. Die Teilnehmer wurden auch gefragt, ob Augenprobleme ihre täglichen Aktivitäten wie Autofahren, Arbeiten am Computer, Gehen oder Körperpflege beeinträchtigten. Die Forscher fanden heraus, dass 82 Prozent der Personen mit Parkinson über ein oder mehrere Augenprobleme berichteten, verglichen mit 48 Prozent der Menschen ohne die Erkrankung. Die durchschnittlich erreichte Punktzahl betrug zehn Punkte für Parkinson-Patienten, verglichen mit zwei Punkten in der Kontrollggruppe. Die Forscher fanden auch heraus, dass Augenprobleme das tägliche Leben bei 68 Prozent der Parkinson-Patienten beeinträchtigen, verglichen mit 35% der Menschen ohne diese Krankheit. “Augenprobleme erschweren es Menschen mit Parkinson, sich im täglichen Leben körperlich zurechtzufinden. So fanden wir beispielsweise heraus, dass die Hälfte der Studienteilnehmer Probleme mit dem Lesen hatte, 33 Prozent hatten Augenprobleme, die das Autofahren behinderten”, sagte Borm. “Parkinson-Patienten, die Augenprobleme äußern, sollten zur weiteren Auswertung an einen Spezialisten überwiesen werden. Bei denjenigen, die solche Probleme nicht äußern, könnte die Verwendung eines Fragebogens, der auf die Idetifizierung solcher Einschränkungen abzielt, die Erkennung, rechtzeitige Behandlung und die Verbesserung der Lebensqualität ermöglichen”, sagte Borm. Eine Einschränkung der Studie bestand nach Angaben der Autoren darin, dass Menschen mit Sehproblemen eher bereit waren, an der Studie teilzunehmen, was möglicherweise zu einer Überschätzung der Augenprobleme führte. Originalpublikation: Borm CDJM et al.: Seeing ophthalmologic problems in Parkinson disease Results of a visual impairment questionnaire. Neurology, 11. März 2020
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