Passivrauchen bei Jugendlichen führt zu schwächerer Lungenfunktion

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Eine aktuelle Studie zeigt, dass nachweisbare Cotininspiegel im Blut und die selbstberichtete häusliche Exposition bei nicht rauchenden Jugendlichen eindeutig mit einer verminderten Lungenfunktion und einer vermehrten Inanspruchnahme des Gesundheitssystems verbunden sind.

Die Forscher werteten Daten von 2482 Jugendlichen aus und beurteilten mithilfe der Cotininkonzentration im Blut, ob die Probanden Zigarettenrauch ausgesetzt gewesen waren. Auch machten die Teilnehmer selbst dazu Angaben.

Ungefähr 3% der Jugendlichen hatten einen hohen (3,00–15,00 ng/ml) und 35,7% einen niedrigen Cotininwert (0,05–2,99 ng/ml), 10,9% berichteten von einer Exposition zu Hause. Jugendliche mit hohem Cotinin-Wert hatten eine signifikant niedrigere FEV1 (Mittelwert in % vom Soll 97,4 ±2,09; β, –8,99; 95%-KI –15,64 bis –2,33) und FVC (Mittelwert in % vom Soll 97,4 ±2,06; β, –8,42; 95%-KI –14,74 bis –2,11) als Jugendliche ohne/mit minimalem Cotinin-Spiegel (<0,05 ng/ml; Mittelwert 101,0 ±0,45; Mittelwert 99,9 ±0,46).

Bei Jugendlichen mit hohem Cotininspiegel war die Wahrscheinlichkeit für einen Arztbesuch im vorangegangenen Jahr geringer (bereinigte OR [aOR] 0,57; 95%-KI 0,38–0,88), jedoch höher dafür, dass sie eine Nacht im Krankenhaus verbringen mussten (aOR 4,82; 95%-KI 2,58–9,00), und sie hatten ein erhöhtes Risiko für eine höhere Anzahl von Krankenhausübernachtungen (bereinigtes Relatives Risiko [aRR] 4,04; 95%-KI, 2,27–7,21).

Bei Jugendlichen mit niedrigem Cotininspiegel war die Wahrscheinlichkeit eines Arztbesuches geringer (aOR 0,84; 95%-KI 0,71–0,99), aber die Wahrscheinlichkeit eines Krankenhausaufenthaltes über Nacht höher (aOR 4,82; 95%-KI 2,58–9,00) als bei Jugendlichen ohne/mit minimalem Cotinin-Spiegel. Jugendliche mit niedrigem Cotinin-Gehalt hatten ein erhöhtes Risiko für eine höhere Anzahl von Arztbesuchen (aRR 1,06; 95%-KI 1,02–1,11) und Krankenhausübernachtungen (aRR 2,02; 95%-KI 1,46–2,81).

Jugendliche mit häuslicher Exposition hatten geringere FEV1 (Mittelwert in % vom Soll 99,9 ±1,17; β, –5,11; 95%-KI –9,26 bis –0,96) und FVC (Mittelwert in % vom Soll 100,0 ±1,16; β, –5,36; 95%-KI –9,30 bis –1,42) als Jugendliche ohne häusliche Exposition (Mittelwert 101,0 ±0,38; Mittelwert 100,2 ±0,39). Jugendliche mit häuslicher Exposition zeigten eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen Krankenhausaufenthalt über Nacht (aOR 5,65; 95%-KI, 3,66–8,73) und ein erhöhtes Risiko für eine höhere Zahl an Krankenhausübernachtungen (aRR 4,08; 95%-KI 2,76–6,03).

Fazit
„Nachweisbare Cotinin-Serumspiegel und eine selbstberichtete häusliche Exposition waren eindeutig mit einer verminderten Lungenfunktion und einer erhöhten Inanspruchnahme des Gesundheitswesens verbunden“, fassen die Autoren ihre Ergebnisse zusammen. (ej)

Autoren: Merianos AL et al.
Korrespondenz: Ashley L. Merianos; [email protected]
Studie: Tobacco Smoke Exposure, Respiratory Health, and Health-care Utilization Among US Adolescents
Quelle: Chest 2020;158(3):1104–1114.
Web: https://doi.org/10.1016/j.chest.2020.03.038