Patienten mit Zöliakie in den Händen von Heilpraktikern1. August 2019 © ferkelraggae – stock.adobe.com In den vergangenen Jahren hat die Prävalenz sowohl der Zöliakie als auch der Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität (NCGS) zugenommen. Immer mehr Menschen suchen nicht nur zur Behandlung dieser gesundheitlichen Probleme nicht ärztliche Therapeuten auf. Eine US-amerikanische Arbeitsgruppe hat daher in einer neuen Studie untersucht, inwieweit die Versprechungen von Chiropraktikern, Heilpraktikern, Homöopathen und Akupunkteuren in Bezug auf die Diagnose und Behandlung von Zöliakie und NCGS den tatsächlichen Outcomes entsprechen. Die Studienautoren führten eine Querschnittsstudie durch, bei der Websites von Praktizierenden aus 10 Städten in den USA analysiert wurden. Dabei wurden Zöliakie und NCGS sowie spezifische Aussagen zur Fähigkeit im Hinblick auf Diagnose und Therapie sowie zur Wirksamkeit der Behandlung untersucht. Die Wissenschaftler stuften dabei die Therapien, die von 2 Autoren unabhängig voneinander bewertet wurden, als wahr, falsch oder unbewiesen ein. Von 500 identifizierten Kliniken machten 178 (35,6 %) Angaben zur Behandlung von Zöliakie, NCGS oder zur glutenfreien Ernährung. Auf den Websites von Naturheilkundekliniken wurden mit der höchsten Rate (40 %) Diagnosestellungen, Therapien und/oder Wirksamkeit in Bezug auf Zöliakie (40 %) beworben, gefolgt von Kliniken für integrative Medizin (36 %), Homöopathen (20 %), Akupunkteuren (14 %) und Chiropraktikern (12 %). Kliniken für integrative Medizin wiesen die höchsten Werbequoten (45 %) für Diagnosestellung, Behandlungen und/oder Wirksamkeit im Hinblick auf NCGS auf, gefolgt von Naturheilkundlern (37 %), Homöopathen (14 %), Chiropraktikern (14 %) und Akupunkteuren (10 %). Eine geografische Analyse ergab keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf die Marketingraten zwischen Kliniken aus verschiedenen Städten. 138 (59,5 %) der 232 werbenden Behauptungen auf den Homepages dieser Kliniken für Komplementär- und Alternativmedizin (CAM) erhoben wurden, waren der Untersuchung zufolge falsch oder nicht bewiesen. FazitDie Studienautoren betonen daher, dass es notwendig sei, die Werbung derartiger Einrichtungen zum Schutze der Öffentlichkeit stärker zu regulieren. (ac) Autoren: Boyer G et al. Korrespondenz: Dr. Benjamin Lebwohl, Department of Medicine, the Celiac Disease Center at Columbia University, New York, NY, USA; [email protected].Studie: Promotion of Testing for Celiac Disease and the Gluten-Free Diet Among Complementary and Alternative Medicine PractitionersQuelle: Am J Gastroenterol 2019;114(5):786–791. Web: journals.lww.com/ajg