Patientenangaben zu unerwünschten Ereignissen nach Koloskopie: Viele Komplikationen nicht dokumentiert

Darmspiegelung
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Manche Patienten erleiden im Zusammenhang mit einer Koloskopie signifikante Komplikationen, die in keinem Register auftauchen. Darauf weist eine norwegische Arbeitsgruppe in einer aktuellen Studie hin. Formulare zur Rückmeldung solcher Probleme durch die Patienten selbst sollten so formuliert werden, dass unerwünschte Ereignisse nach einer Koloskopie erfasst werden können, die ansonsten leicht untergehen.

Informationen von Patienten zu Endpunkten einer Untersuchung gewännen in der Gesundheitsversorgung immer mehr an Bedeutung, ­schreiben Geir Hoff vom Telemark-Krankenhaus und Kollegen in der Zeitschrift „Endoscopy“. In europäischen Leitlinien werde empfohlen, diesbezügliche Angaben von Patienten in die Dokumentation unerwünschter Ereignisse einzubeziehen, jedoch werde dies nur selten umgesetzt.

Im Norwegian Quality Assurance Network for Endoscopy (Gastronet), so berichten die Studienautoren, würden Aussagen von Patienten zu den Outcomes von Koloskopien gesammelt. Die Forscher analysierten Freitext-Kommentare von Betroffenen in Patientenberichten, die zwischen Januar und Dezember 2015 abgegeben worden waren, und bewerteten diese als positiv bzw. negativ.

Alle negativen Kommentare wurden auf Informationen hin untersucht, die potenziell auf ein mit einer Koloskopie zusammenhängendes unerwünschtes Ereignis hindeuteten. Die Studienautoren identifizierten schwere unerwünschte Ereignisse mit und ohne nachfolgende Einweisung in ein Krankenhaus.

In die Analyse eingeschlossen wurden 16.552 ambulant an 21 Krankenhäusern untersuchte Patienten. Zu 11.248 Untersuchungen (68  %) lagen Berichte von Patienten vor, von denen 2628 (23   %) Freitext-Kommentare enthielten. Davon wurden wiederum 2196 (20  %) als positiv und 432 (3,8   %) als negativ eingeschätzt.

Aus den negativ gelagerten Freitext-Kommentaren von Patienten ging hervor, dass es in 15 Fällen nach der Koloskopie aufgrund unerwünschter Ereignisse, die anderweitig nicht dokumentiert worden waren, zu einer Krankenhauseinweisung gekommen war. Dies erhöhte die ursprünglich angenommene Anzahl von 3 solcher Krankenhauseinweisungen (0,03  %) auf 18 (0,16  %).

Zudem fanden die Wissenschaftler 14 Patientenberichte zu schweren unerwünschten Ereignissen, die aber keine Krankenhauseinweisung notwendig machten. Somit kamen insgesamt 29 solcher Vorkommnisse, über die Patienten berichteten, in der konventionellen Dokumentation nicht zum Tragen, wie die Studienautoren betonen.

Autoren: Hoff G et al.
Korrespondenz: Geir Hoff, Department of Medicine, Telemark Hospital, Skien, Norwegen
Studie: Patient-reported adverse events after colonoscopy in Norway
Quelle: Endoscopy 2017;49(8):745–753
Web: www.thieme-connect.com