Pausenhöfe im Fokus: Nikotinkonsum unter Teenagern findet zu einem großen Teil während der Schulzeit statt

Foto: © LIGHTFIELD STUDIOS/stock.adobe.com

In einer Untersuchung aus den Niederlanden hat sich gezeigt, dass die meisten Jugendlichen, die herkömmliche Zigaretten rauchen oder nikotinhaltige E-Zigaretten konsumieren, dies tun, während sie sich in der Schule aufhalten.

Während Umfragen Informationen zur Prävalenz des Nikotinkonsums unter Jugendlichen auf nationaler Ebene lieferten, gebe es bislang keine detaillierten Daten zu den Konsummustern in dieser Altersgruppe, betonen Erstautorin Daphne C. J. Raad vom Department of Public Health and Primary Care am Leiden University Medical Centre und Kollegen.

Um solchen Mustern auf die Spur zu kommen, führten die Forschenden eine Querschnittstudie unter Schülern in fünf niederländischen Sekundarschulen durch, die an einem Präventionsprogramm (Vaping #yourchoice) teilnahmen. Die Wissenschaftler sammelten Daten sowohl über eine allgemeine Befragung in den Schulen als auch, in dem sie bestimmte Schüler gezielt ansprachen. Diese waren von Lehrern als potenzielle Nikotinkonsumenten genannt worden.

Das Forschungsteam holte Informationen zu demografischen Merkmalen und den Mustern des jeweiligen Nikotinkonsums ein – zum Beispiel das Alter beim ersten Konsum, welche Produkte genau genutzt wurden und wie häufig. Abgefragt wurde auch, ob die Eltern nach Einschätzung der Teenager über den Konsum Bescheid wussten, ob die Betroffenen sich selbst für süchtig hielten und ob sie gesundheitliche Beschwerden hatten.

Durchschnittsalter beim ersten Konsum: 13 Jahre

Von 978 Befragten gaben 457 an, irgendwann in ihrem bisherigen Leben Nikotin konsumiert zu haben. Bei 90 Prozent der Jugendlichen mit einem Durchschnittsalter von 14,5 Jahren war dies im Jahr vor der Befragung der Fall gewesen. Das mittlere Alter bei Einstieg in den Konsum lag bei 13 Jahren. E-Zigaretten waren das am häufigsten verwendete Einstiegsprodukt (80%), gefolgt von Tabakzigaretten (18%) und Nikotin-Pouches (2%). Der Konsum wurde von E-Zigaretten (93%) und Tabakzigaretten (78%) dominierte, während ein Drittel (32%) angab, irgendwann einmal mit Pouches experimentiert zu haben.

Bei fast der Hälfte (47%) der Teenager, die die für das vorangegangene Jahr einen Konsum zu Protokoll gaben, hatte dieser täglich stattgefunden. Die meisten (70%) berichteten über einen parallelen Konsum von E-Zigaretten und Tabakzigaretten, die Mehrheit (77%) konsumierte Nikotin während der Zeit in der Schule und mehr als ein Drittel (35%) gab an, Nikotin zu konsumieren, wenn sie nachts aufwachten.

Plädoyer für schulbasierte Entwöhnungsprogramme

Unter denjenigen mit Konsum im Vorjahr waren 32 Prozent davon überzeugt, dass ihre Eltern nichts davon wussten und 41 Prozent hielten sich selbst für süchtig. Von Versuchen, mit dem Konsum aufzuhören, berichteten 60 Prozent. Bei etwa einem Viertel der letztgenannten (77%) waren diese Versuche erfolglos geblieben. Von gesundheitlichen Beschwerden, die auf den Nikotinkonsum zurückzuführen waren, berichteten 61 Prozent.

„Diese Ergebnisse unterstreichen, dass schulbasierter Entwöhnungsprogramme unter Einbeziehung der Eltern dringend notwendig sind“, bilanzieren Raad et al. Die Studie unterstreiche auch die Verantwortung der Politik, den Einfluss der Tabakindustrie einzuschränken und den Zugang von Jugendlichen zu Nikotinprodukten zu reduzieren.

(ac)