Perikardiales Fett: Assoziation mit erhöhtem Risiko einer Herzinsuffizienz8. Dezember 2021 © Kateryna_Kon – stock.adobe.com (Symbolbild) In einer groß angelegten, populationsbasierten, ethnisch vielfältigen, prospektiven Kohortenstudie war die Menge des perikardialen Fettgewebes bei Frauen und Männern mit einem erhöhten Risiko für Herzinsuffizienz (HF), insbesondere HF mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF), verbunden. Forschende um den Erstautor Dr. Satish Kenchaiah von der Ican School of Medicine at Mount Sinai in New York (USA) ermittelten hierzu das Volumen des perikardialen Fettes (PFV) mittels kardialer Computertomographie (CT) bei 6785 Teilnehmenden ohne vorbestehende kardiovaskuläre (CV) Erkrankungen (3584 Frauen, 3201 Männer) der Studie MESA (Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis). Anhand spezieller statistischer Methoden bewerteten sie das PFV als kontinuierliche und dichotome Variable. Im Ergebnis entwickelten in 90.686 Personenjahren (Median 15,7 Jahre; IQR 11,7–16,5) 385 Probanden (5,7%; 164 Frauen und 221 Männer) eine neu diagnostizierte HF, wie die Autoren im „Journal of the American College of Cardiology“ berichten. Das PFV war bei Frauen niedriger als bei Männern (69 ±33 cm3 vs. 92 ±47 cm3; p<0,001). In multivariablen Analysen war jeder Anstieg des PFV um 1 Standardabweichung (42 cm3) bei Frauen mit einem höheren HF-Risiko verbunden (HR 1,44; 95%-KI 1,21–1,71; p<0,001) als bei Männern (HR 1,13; 95%-KI 1,01–1,27; p=0,03) (pInteraktion=0,01). Ein hohes PFV (≥70 cm3 bei Frauen; ≥120 cm3 bei Männern) führte bei Frauen zu einem 2-fach höheren HF-Risiko (HR 2,06; 95%-KI 1,48–2,87; p<0,001) und bei Männern zu einem 53% höheren Risiko (HR 1,53; 95%-KI 1,13–2,07; p=0,006). In geschlechtsspezifischen Analysen blieb das höhere HF-Risiko auch nach zusätzlicher Anpassung für anthropometrische Indikatoren für Fettleibigkeit (p≤0,008), abdominales subkutanes oder viszerales Fett (p≤0,03) oder Biomarker für Entzündung und hämodynamischen Stress (p<0,001) stabil und war bei allen untersuchten Ethnien ähnlich (pInteraktion=0,24). Erhöhtes PFV steigerte in erster Linie das Risiko für HFpEF (p<0,001) und nicht für HFrEF (p=0,31). Fazit In dieser Kohortenstudie wurde perikardiales Fettgewebe mit einem erhöhten Risiko für HF, insbesondere HFpEF, bei Frauen und Männern in Verbindung gebracht. (ah) Autoren: Kenchaiah S et al. Korrespondenz: Satish Kenchaiah; [email protected] Studie: Pericardial Fat and the Risk of Heart Failure Quelle: J Am Coll Cardiol 2021;77(21):2638–2652. Web: https://doi.org/10.1016/j.jacc.2021.04.003
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