Perinatale Übertragung resistenter Bakterien ist häufiger als gedacht12. Februar 2026 Während der Geburt kommt es zur Übertragung von Keimen der Mutter auf das Kind. (Foto: © Tomsickova – stock.adobe.com) Eine aktuelle Studie des Ann & Robert H. Lurie Children’s Hospital in Chicago hat bei einem beträchtlichen Prozentsatz gesunder Mütter und ihrer Neugeborenen Darmbakterien nachgewiesen, die gegen gängige Antibiotika (Ampicillin und Ceftriaxon) resistent sind. In der Studie waren 38 Prozent der von der Mutter auf das Kind übertragenen Ceftriaxon-resistenten Bakterienstämme Escherichia coli, die eine Hauptursache für Harnwegs- und Blutinfektionen sowie Meningitis bei Säuglingen sind. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Open Forum Infectious Diseases“ veröffentlicht. Höhere Belastung Schwangerer als erwartet „Die perinatale Übertragung und die Besiedlung mit Ceftriaxon-resistenten Bakterien in den ersten Lebensjahren sind von Bedeutung, da Infektionen mit diesen Bakterien mit einer höheren Morbidität und höheren Gesundheitskosten verbunden sind“, erklärte die Hauptautorin Leena B. Mithal, Associate Professor für Pädiatrie an der Feinberg School of Medicine der Northwestern University. „Unsere Erkenntnis, dass gesunde Schwangere eine erhebliche Belastung durch diese Bakterien aufweisen, war überraschend, da der Prozentsatz viel höher war als zuvor für Länder mit hohem Einkommen berichtet. Dies zeigt, dass es sich um ein wirklich globales Problem mit potenziellen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit von Neugeborenen handelt“, betonte die Expertin für Infektionskrankheiten am Lurie Children’s. An der Studie nahmen gesunde Schwangere während der Wehen und ihre Neugeborenen teil. Innerhalb der ersten zehn Lebenstage wurden 293 rektale Proben von Müttern und 261 Stuhlproben von Säuglingen entnommen. Ampicillin-resistente Bakterien wurden bei 91 Prozent der Mütter und 76 Prozent der Säuglinge gefunden. Ceftriaxon-resistente Bakterien wurden bei zwölf Prozent der Mütter und sieben Prozent der Säuglinge gefunden. Frühgeburten wurden ebenso ausgeschlossen wie Mütter, die während der Schwangerschaft Antibiotika ausgesetzt waren. Übertragung von der Mutter auf das Kind gilt als gesichert Um zu bestätigen, dass die Bakterien perinatal übertragen wurden, und um die Eigenschaften dieser Bakterien zu untersuchen, führten die Forscher eine Gesamtgenomsequenzierungsanalyse der Ceftriaxon-resistenten Stämme durch. „Wir haben festgestellt, dass die Bakterien in den Mutter-Kind-Paaren in den meisten Fällen genetisch identisch waren, was ein weiterer Beweis dafür ist, dass sie zwischen Müttern und Säuglingen übertragen werden“, erklärte die leitende Autorin Mehreen Arshad, außerordentliche Professorin für Pädiatrie an der Feinberg School of Medicine der Northwestern University. In weiteren Arbeiten wollen die Forschenden untersuchen, wie lange die antibiotikaresistenten Bakterien im Darm von Säuglingen verbleiben und wie sie sich auf die Gesundheit und das allgemeine Wachstum von Säuglingen auswirken.
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