Perioperative Ketoazidose: Diabetes-Medikamente könnten das Risiko erhöhen7. Mai 2025 Foto: © Vitalii-Vodolazskyi/stock.adobe.com Eine aktuelle Studie der University of California, San Francisco (UCSF) zeigt, dass Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Hemmer (SGLT2i) das Risiko eines postoperativen akuten Nierenfunktionseinschränkung (AKI) erhöhen könnten. Das Risiko einer postoperativen euglykämischen Ketoazidose (eKA) kann während der perioperativen Phase aufgrund der reduzierten oralen Kohlenhydrataufnahme und der Auswirkungen des Operationsstresses, der den Insulinbedarf und den Stoffwechselbedarf erhöhen kann, erhöht sein. Dieses erhöhte Risiko wird auch durch die zunehmende Anzahl von Fallberichten und Fallserien von Patienten mit postoperativer eKA im Zusammenhang mit der Anwendung von SGLT2i belegt. eKA kann unbehandelt potenziell schwerwiegende Folgen haben. Geringeres Risiko postoperativer AKI In der neuen Studie, die in der Fachzeitschrift „JAMA Surgery“ erschien, wiesen mit SGLT2i behandelte Patienten ein kleines, aber signifikant höheres Risiko einer postoperativen euglykämischen Ketoazidose auf. Zugleich zeigte sich bei ihnen ein geringeres Risiko einer postoperativen akuten Nierenfunktionseinschränkung und einer geringeren Sterblichkeit 30 Tage nach der Operation. „Das erhöhte Risiko einer perioperativen eKA sollte überwacht werden und kann verstärkte Interventionen wie die Verabreichung von Insulin oder eine kontinuierliche Dextrose-Infusion erforderlich machen, was mit einem erhöhten Risiko eines längeren Krankenhausaufenthalts oder einer ungeplanten Aufnahme auf eine Intensivstation verbunden sein könnte“, kommentiert der leitende Autor der Studie, Prof. Matthieu Legrand, von der UCSF. Daten von rund 7400 Patienten Anhand von Patientendaten aus dem nationalen Register des Veterans Affairs Healthcare System (VAHCS) (2014 bis 2022) identifizierten die Forscher erwachsene Patienten, die präoperativ SGLT2i einnahmen und sich stationären chirurgischen Eingriffen unterzogen. Diese Patienten wurden mittels Propensity Score Matching (PSM) mit einer 1:5-gematchten Kontrollgruppe verglichen. Dabei wurden demografische Daten, Komorbiditäten und chirurgische Merkmale des Patienten berücksichtigt. Nach dem PSM wurden 7439 Patienten als SGLT2i-Anwender identifiziert und mit 33.489 Kontrollpersonen verglichen. In dieser multizentrischen retrospektiven Kohorte war das Risiko einer perioperativen eKA bei Patienten, die SGLT2i einnahmen, um 11 Prozent und nach Notoperationen um 18 Prozent höher als bei ihren gematchten Gegenstücken. Allerdings gab es eine 31-prozentige Reduktion des postoperativen akuten Nierenfunktionseinschränkung und eine 30-Tage-Mortalitätsreduktion um 30 Prozent. „Das erhöhte Risiko einer eKA war moderat, trat aber sowohl nach Notoperationen als auch nach geplanten Operationen auf. SGLT2i werden üblicherweise vor geplanten Operationen abgesetzt, aber dies scheint das Risiko einer eKA nicht zu vermeiden“, berichtet die Erstautorin der Studie, Dr. Roberta Teixeira Tallarico, von der UCSF.
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