Personalisierte Benachrichtigungen animieren Herzpatienten zu mehr Bewegung9. August 2024 Zeit für ein bisschen Bewegung: Smartwatches können dabei helfen. (Symbolfoto: ©Monkey Business/stocka.dobe.com) „Es ist ein sonniger Nachtmittag, Zeit eine Runde spazieren zu gehen.“ Textnachrichten dieser Art können Patienten nach schwerwiegendem kardiovaskulärem Ereignis zumindest für einen gewissen Zeitraum zu mehr Bewegung verhelfen. Bewegung ist ein wichtiger Baustein, um das Risikos einer Herzerkrankung oder eines zweiten kardiovaskulären Ereignisses wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu verringern. Da immer mehr Menschen tragbare Technologien wie eine Smartwatch oder einen Fitnesstracker nutzen, stellt sich die Frage, ob diese erfolgreich körperliche Aktivität fördern können. Beispielsweise durch maßgeschneiderte Botschaften, die Patienten individuell ermutigen sollen, sich an ihrem aktuellen Aufenthaltsort mehr zu bewegen – zum Beispiel bei schönem Wetter nach draußen zu gehen. Die Ergebnisse der Studie VALENTINE (Virtual AppLication-supported Environment To Increase Exercise Study), die kürzlich in der Fachzeitschrift „Circulation: Cardiovascular Quality and Outcomes“ publiziert wurden, legen nahe, dass personalisierte Textnachrichten tatsächlich zu mehr Bewegung anregen – zumindest für einige Wochen. VALENTINE stand unter der Leitung von Forschern des Frankel Cardiovascular Center der University of Michigan Health (USA). In den ersten vier Wochen erhöhte Schrittzahl Die randomisierte klinische Studie untersuchte über einen Zeitraum von sechs Monaten die Unterschiede im körperlichen Aktivitätsniveau von 108 Patienten, die aufgrund einer kardiovaskulären Erkrankung an einer kardiologischen Rehabilitation teilnahmen. Die Studienteilnehmer waren im Durchschnitt 59,5 Jahre alt und besaßen eine Smartwatch (Applewatch) oder einen Fitnesstracker (Fitbit). Über diese erhielten sie viermal täglich randomisiert eine personalisierte Textnachricht, die zu mehr physischer Aktivität anregen sollte, oder nicht. Die Textnachrichten berücksichtigten den Kontext, einschließlich Wetter, Uhrzeit und Wochentag. Das primäre Ergebnis war die Schrittzahl in den 60 Minuten nach der Textnachricht. In den ersten 30 Tagen stieg diese bei den Smartwatch-Nutzern, die die Intervention erhielten, in der Stunde nach der Nachricht um zehn Prozent an, bei den Nutzern des Fitnesstrackers um 17 Prozent. Nach einem Monat ließ die Wirkung der personalisierten Nachrichten sowohl bei den Smartwatch- als auch bei den Fitnesstracker-Nutzern nach. Dieser Rückgang, so die Forscher, sei normal, da sich die Patienten an die Nachrichten gewöhnen. Das Team bleibt jedoch optimistisch, dass sie die mobile Gesundheitsintervention durch eine bessere Anpassung im Laufe der Zeit weiter verbessern können. Weiterentwicklung soll langfristigen Effekt erzielen „Unsere Studie zeigt, wie vielversprechend einfache, kostengünstige Interventionen sind, die mit Hilfe mobiler Technologien durchgeführt werden“, sagt Erstautorin Jessica R. Golbus, Assistenzprofessorin für Innere Medizin und Kardiologie an der University of Michigan Medical School. Sie ist überzeugt, dass derartige Technologien dazu beitragen können, sekundäre kardiovaskuläre Ereignisse bei Patienten zu verhindern. „Wir haben in dieser Studie viel darüber gelernt, wie Patienten digitale Gesundheitstools wie Smartwatches in Zukunft besser nutzen können“, bestätigt auch Seniorautor Prof. Brahmajee Nallamothu. „Während die konsistentesten Auswirkungen im ersten Monat nach der Verwendung einer Smartwatch zu beobachten waren, wird diese Studie es uns ermöglichen, weiter einzugrenzen, wie verschiedene Personen wahrscheinlich positiv beeinflusst werden können. Dies ist eine unglaublich aufregende Zeit auf dem Gebiet der mobilen Gesundheitstechnologie.“ (ah)
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