Pestizide im Beruf erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Lungenerkrankung8. Dezember 2022 © LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com (Symbolbild) Berufsbedingte Expositionen sind wichtige, vermeidbare Ursachen einer Chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). In einer großen bevölkerungsbezogenen Untersuchung hat eine britische Arbeitsgruppe nun die berufliche Exposition gegenüber Pestiziden mit einem erhöhten Risiko für COPD in Verbindung gebracht. Bereits in der Vergangenheit hatte das Forschungsteam ein erhöhtes COPD-Risiko bei 6 Berufen festgestellt, indem sie lebenslange Berufsverläufe und Lungenfunktionsdaten in der bevölkerungsbezogenen UK-Biobank-Kohorte analysierten. Die Wissenschaftler wollten nun mit der aktuell veröffentlichten Arbeit auf diesen Erkenntnissen aufbauen und die zugrunde liegenden potenziellen Ursachen aufklären, um auf präventive Strategien zu fokussieren. Die Forschenden verwendeten die ALOHA+ Job Exposure Matrix (JEM) basierend auf den Codes der Internationalen Standardklassifikation der Berufe V.1988, wobei die Exposition gegenüber 12 ausgewählten Arbeitsstoffen mit 0 (keine Exposition), 1 (gering) oder 2 (hoch) bewertet wurde. Eine vorliegende COPD wurde spirometrisch definiert als ein Verhältnis von 1-Sekunden-Kapazität (FEV1) zu Forcierter Vitalkapazität (FVC) unterhalb der unteren Normgrenze. Man führte außerdem halbquantitative kumulative Expositionsschätzungen für jeden Wirkstoff durch, indem Expositionsdauer und das Quadrat der Intensität multipliziert wurden. Das Prävalenzverhältnis (PR) und das 95%-KI für COPD wurden unter Verwendung einer robusten Poisson-Regression geschätzt, die für Behandlungszentrum, Geschlecht, Alter, Tabakkonsum und gleichzeitige Exposition gegenüber JEM-Stoffen angepasst wurde. Nur Assoziationen, die unter Niemalsrauchern und Personen, die nie an Asthma gelitten hatten, wurden als zuverlässig angesehen. Von 116.375 Teilnehmern, für die Daten zu ihrem vollständigen beruflichen Werdegang vorlagen, standen für 94.514 akzeptable/reproduzierbare Spirometrie- und Tabakkonsumdaten zur Verfügung – sie wurden in die Analyse aufgenommen. Die Exposition gegenüber Pestiziden ergab ein erhöhtes COPD-Risiko für jede Exposition (PR 1,13; 95%-KI 1,0–1,28) und eine hohe kumulative Exposition (PR 1,32; 95%-KI 1,12–1,56) mit positiven Expositions-Reaktions-Trends (pTrend=0,004), die bei Niemalsrauchern (pTrend=0,005) und Personen ohne Asthma in der Anamnese (pTrend=0,001) bestätigt wurden. Fazit Die Forschenden gehen davon aus, dass gezielte Präventionsstrategien für Arbeitnehmer, die Pestiziden ausgesetzt sind, die damit verbundene COPD-Last verringern oder eliminieren könnten. (ac) Autoren: De Matteis S et al. Korrespondenz: Sara De Matteis; [email protected] Studie: Lifetime occupational exposures and chronic obstructive pulmonary disease risk in the UK Biobank cohort Quelle: Thorax 2022;77:997–1005. Web: https://doi.org/10.1136/thoraxjnl-2020-216523
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