PET/CT-Bildgebung bei Kopf-Hals-Tumoren: Aggressive Verläufe früh erkennen20. Mai 2026 Foto: Nejron Photo/stock.adobe.com Biologische Eigenschaften aggressiver Kopf-Hals-Tumoren spiegeln sich in der PET/CT-Bildgebung wider, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Deren Ergebnisse schaffen damit die Grundlage, um personalisierte Behandlungsstrategien zu entwickeln. Ein Forschungsteam unter Leitung der Medizinischen Universität Wien (MedUni Wien) zeigt in einer aktuellen Studie, dass sich biologische Eigenschaften einer in vielen Fällen sehr aggressiven Untergruppe von Kopf-Hals-Tumoren in modernen bildgebenden Verfahren widerspiegeln. So können Positronen-Emissions-Tomographie/Computertomographie(PET/CT)-Aufnahmen Hinweise auf besonders aktive und prognostisch ungünstige Tumorformen liefern und damit neue Perspektiven für personalisierte Behandlungsstrategien einer bislang schwer therapierbaren Krebsart eröffnen. Die Ergebnisse wurden in „Molecular Cancer“ veröffentlicht. Zuverlässige Marker fehlten bislang Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinome zählen zu den häufigsten Tumorerkrankungen im Bereich von Mundhöhle, Rachen und Kehlkopf. Im Mittelpunkt der Studie stand eine Gruppe von Kopf-Hals-Tumoren, die nicht durch Humane Papillomviren (HPV), sondern durch übermäßigen Alkohol- und Tabakkonsum verursacht werden. Diese gelten als besonders schwer behandelbar und haben oft eine schlechte Prognose. Gleichzeitig fehlen bisher zuverlässige Marker, die eine genauere Einschätzung des Krankheitsverlaufs und eine gezielte Therapieplanung ermöglichen würden. Die Studie des Forschungsteams um Stefan Stoiber (Zentrum für Pathophysiologie, Intektiologie und Immunologie, MedUni Wien) und Lukas Kenner (Klinisches Institut für Pathologie, MedUni Wien) zeigt, dass moderne bildgebende Verfahren dabei helfen können, besonders aggressive Formen von Kopf-Hals-Tumoren frühzeitig zu erkennen. Bestimmte Muster in den im Rahmen der Krebsdiagnostik routinemäßig erstellten PET/CT-Aufnahmen spiegeln dabei die biologische Aktivität des Tumors wider und könnten künftig eine gezieltere Behandlung ermöglichen. Bestimmter Signalweg in Tumoren besonders aktiv Wie die retrospektive Analyse von Patientendaten zeigt, ist bei HPV-negativen Kopf-Hals-Tumoren häufig ein bestimmter Signalweg („Hedgehog“-Signalweg) in den Krebszellen besonders aktiv, der das Tumorwachstum antreibt. Diese Aktivität lässt sich indirekt in PET/CT-Bildern erkennen, etwa durch eine besonders starke Aufnahme eines radioaktiven Zuckermoleküls ([¹⁸F]FDG), das den Stoffwechsel des Tumors sichtbar macht. „Wir konnten zeigen, dass man auf den Bildern ausmachen kann, wie aggressiv ein Tumor biologisch ist“, erklärt Studienleiter Kenner. „Das bedeutet, dass die Bildgebung mehr Informationen liefern kann als nur Größe und Lage des Tumors oder etwa, ob es Metastasen gibt.“ Blockade von Signalwegen verändert PET/CT-Bildsignale In weiteren Experimenten testete das Forschungsteam, was passiert, wenn der identifizierte wachstumsfördernde Signalweg gezielt blockiert wird. In Zellkulturen und Tiermodellen verlangsamte sich dadurch das Tumorwachstum deutlich. Gleichzeitig veränderten sich auch die Bildsignale in den PET/CT-Aufnahmen. „Das ist besonders spannend, weil wir damit nicht nur den Tumor beeinflussen, sondern auch allein anhand der modernen Bildgebung sehen können, ob eine Behandlung wirkt“, erklärt Studien-Erstautor Stoiber. Die Ergebnisse legen nahe, dass PET/CT-Untersuchungen künftig helfen könnten, den Verlauf von Tumoren besser einzuschätzen und Therapien individuell anzupassen. „Bevor dieser Ansatz in der klinischen Routine eingesetzt werden kann, sind weitere Studien notwendig. Die Arbeit stellt jedoch einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung personalisierte Krebstherapie dar“, so Kenner.
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