Petition an Präsidentin der Kultusministerkonferenz übergeben: Depression muss in die Lehrpläne!16. Dezember 2024 Der Jugendbeirat bei der Übergabe der Petition mit der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Christine Streichert Clivot (Mitte). (Foto: MBK Saarland) Der Jugendbeirat der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention hat seine Petition „Depression muss in die Lehrpläne“ mit 51.211 Unterschriften an die Präsidentin der Kultusministerkonferenz übergeben. Im Juni 2024 hatten die ehrenamtlich tätigen Jugendlichen die Petition beim Deutschen Patientenkongress Depression mit der Forderung gestartet, die Aufklärung über Depression fest im Lehrplan von weiterführenden Schulen zu verankern. Seither haben mehr als 51.000 Personen die Petition unterzeichnet. „Die Aufnahme des Themas Depression in die Lehrpläne würde alle Kinder und Jugendliche erreichen und so Chancengleichheit fördern. Gleichzeitig kann die Aufklärung über mentale Gesundheit das Verständnis für psychische Erkrankungen stärken, zur Entstigmatisierung beitragen und präventiv wirken, indem Schüler:innen ermutigt werden, sich frühzeitig Unterstützung zu suchen“, erklärte Paula vom Jugendbeirat der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention. Im Gespräch mit der Präsidentin der Kultusministerkonferenz berichteten die Jugendlichen von eigenen Erfahrungen zum Umgang mit dem Thema Depression in der Schule: „Es gab ziemlich viel Unverständnis, dumme Kommentare und wenig Empathie von Lehrkräften und Mitschüler:innen, was die Betroffenen zusätzlich belastet hat. Eine umfangreiche Aufklärung mit fundiertem Wissen an Schulen ist demnach enorm wichtig, denn psychische Erkrankungen sollten wie physische Erkrankungen gesehen und behandelt werden“, betonte Johanna vom Jugendbeirat.Christine Streichert-Clivot, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, versprach den Jugendlichen bei dem Gespräch, das Anliegen des Jugendbeirats mit den anderen Kultusministerinnen und -ministern der Länder zu teilen. „Die Einschränkungen während der Corona-Pandemie haben insbesondere bei jungen Menschen Spuren hinterlassen, die bis heute nachwirken. Deshalb haben wir die mentale Gesundheit von Schülerinnen und Schülern besonders im Blick. Mentale und körperliche Gesundheit ist gleichzeitig Voraussetzung und Ziel einer guten Bildung”, erklärte die saarländische Ministerin für Bildung und Kultur im Gespräch mit den Jugendlichen. „Das Gespräch mit der Präsidentin der Kultusministerkonferenz war ein erster Schritt. Wir hoffen nun, dass die Politik psychische Erkrankungen bei Jugendlichen endlich ernst nimmt und alle jungen Menschen die Schule mit dem notwendigen Wissen über mentale Gesundheit beziehungsweise Erkrankungen und deren Hilfsangebote verlassen. Wir werden dran bleiben, bis das Thema endlich bundesweit in den Lehrplänen steht“, lautete das Fazit der Jugendlichen nach dem Treffen. Ein bis zwei Schüler pro Klasse betroffen Etwa sechs Prozent aller Jugendlichen erkranken an einer Depression. Das sind im Schnitt ein bis zwei Schülerinnen und Schüler pro Klasse. Damit gehört die Depression zu den häufigsten psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen. Durch die Suizidgedanken, die ein Symptom der Depression sein können, ist die Erkrankung lebensbedrohlich. Eine Depression kann chronisch verlaufen und die Entwicklung erheblich beeinträchtigen. Sie beeinflusst soziale Beziehungen, schulische Leistungen und erhöht das Risiko für Alkohol- und Drogenmissbrauch. Deshalb ist eine Früherkennung besonders wichtig. Gerade in Schulen kann ein bedeutender Beitrag zur Aufklärung, Entstigmatisierung und zum rechtzeitigen Erkennen von Depression geleistet werden. Mit einem frühzeitigen Therapiebeginn sind Depressionen in der Regel gut behandelbar.
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