Pharmakogenetik zur Optimierung der Schmerztherapie

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In den letzten Jahren hat sich die Pharmakogenetik (PGx) als vielversprechender Ansatz zur Optimierung der Auswahl und Dosierung von Analgetika auf Basis patienten­spezifischer genetischer Profile herausgestellt.

Schmerzen – ob akut, chronisch oder neuropathisch – sind nach wie vor weltweit eine der Hauptursachen für Behinderungen und eine beeinträchtigte Lebensqualität. Trotz jüngster Fortschritte bei den pharmakologischen Therapiemöglichkeiten stellen die interindividuellen Unterschiede in der Reaktion auf und der Anfälligkeit für unerwünschte Ereignisse die Ärzte weiterhin vor Herausforderungen. Die PGx gibt Hinweise auf eine verbesserte Wirksamkeit und weniger Komplikationen bei der Schmerztherapie.

Ein spanisches Team erstellte eine Übersichtsarbeit zu aktuellen Studien zum Einfluss genetischer Polymorphismen auf die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Analgetika. Besonderes Augenmerk richteten sie in ihren Auswertungen dabei auf Gene, die am Arzneimittelstoffwechsel und -transport sowie an der Rezeptorsignalisierung beteiligt sind sowie auf die klinischen Anwendungen einer genotypgestützten Verschreibung.

Es ergaben sich klare Hinweise darauf, dass genetische Varianten die Reaktion von Patienten auf Analgetika erheblich beeinflussen und sowohl zu einer unzureichenden Schmerzlinderung als auch zu einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Nebenwirkungen beitragen. Die wichtigsten pharmakogenetischen Biomarker scheinen CYP(Cytochrom P450)-2C9 (für nicht steroidale Antirheumatika, NSAR), CYP-2D6 (für Opioide und trizyklische Antidepressiva), CYP-2C19 (für trizyklische Antidepressiva) sowie HLA(Humanes Leuko­zyten Antigen)-B*15:02 und HLA-A*31:01 für Carbamazepin zu sein. Insbesondere die PGx-basierten Strategien erwiesen sich als sehr geeignet, um die Wirksamkeit von Analgetika zu verbessern, opioidbedingte Komplikationen zu reduzieren und opioidsparende Protokolle zu unterstützen.

In der Personalisierung der Schmerztherapie könnte ein PGx-Screening zukünftig ein wichtiges Instrument werden. Durch die Berücksichtigung von PGx-Bio­markern könnten sich darüber hinaus die klinischen Outcomes und die Sicherheit verbessern. (je/BIERMANN)

Originalarbeit: da Silva IM et al. The Role of Pharmacogenetic Biomarkers in Pain. Biomedicines 2025;13(8):1935. doi: 10.3390/biomedicines13081935