Physiotherapie bei chronischen Knieschmerzen: Darf es auch per Video sein?19. Juni 2024 Bild: Pixel-Shot – stock.adobe.com Die Telemedizin ist auf dem Vormarsch – doch ist sie auch immer sinnvoll? In Bezug auf Probleme des Bewegungsapparates deuten vorausgehende Studien an, dass die Telerehabilitation als weniger wirksam wahrgenommen wird als die persönliche Betreuung. Eine Studiengruppe aus Australien um Rana S. Hinman von der University of Melbourne widmete sich der Frage, ob physiotherapeutische Videokonferenzen bei chronischen Knieschmerzen mit persönlichen Konsultationen mithalten können. Die in „The Lancet“ publizierten Ergebnisse bescheinigen dem telerehabilitativen Ansatz eine Nichtunterlegenheit. Die Verantwortlichen der randomisierten kontrollierten Nichtunterlegenheits-Studie PEAK rekrutierten 15 Physiotherapeuten aus 27 australischen Kliniken der Primärversorgung. Zwischen 2019 und 2022 wurden für die Studie 394 Probanden mit arthrosebedingten chronischen Knieschmerzen nach dem Zufallsprinzip (stratifiziert nach Physiotherapeuten und Kliniken) einer persönlichen (n=204) oder einer Telerehabilitationskonsultation per Videokonferenz (n=190) durch einen Physiotherapeuten zugewiesen. Beide Gruppen hatten über einen Zeitraum von drei Monaten fünf Konsultationen zur Kräftigung, körperlichen Fitness und Edukation. Primäre Endpunkte waren Knieschmerzen (NRS 0–10) und körperliche Funktion (unter Verwendung des Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index von 0–68) drei Monate nach der Randomisierung. Die primäre Analyse erfolgte nach dem modifizierten Intention-to-treat-Verfahren unter Verwendung aller verfügbaren Daten. Nach drei Monaten machten 383 (97 %) der Teilnehmer Angaben zu den primären Endpunkten, und beide Gruppen berichteten über eine Verbesserung der Schmerzen (mittlere Veränderung 2,98±2,23 für die persönliche Betreuung und 3,14±1,87 für die Telerehabilitation) und der Funktion (mittlere Veränderung 10,20±11,63 bzw. 10,75±9,62). Die Telerehabilitation war sowohl in puncto Schmerzen (mittlerer Unterschied 0,16; 95 %-KI -0,26 bis 0,57) als auch bei der Funktion (mittlerer Unterschied 1,65; 95 %-KI -0,23 bis 3,53) nicht unterlegen. Die Anzahl der Teilnehmer, die über unerwünschte Ereignisse berichteten, war in beiden Gruppen ähnlich (21 % bei der persönlichen Betreuung, 19 % bei der Telerehabilitation), und keines davon war schwerwiegend. (ah)
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