Pionier der Kinderschmerztherapie erhält das Bundesverdienstkreuz15. Oktober 2026 Der frisch ernannte Ordensträger Boris Zernikow mit Ehefrau Jutta Ossenbrügger und Regierungspräsident Andreas Bothe. (Quelle: © Meike Haberstock, Freundeskreis Kinderpalliativzentrum Datteln e.V.) Der Arzt und Wissenschaftler Prof. Boris Zernikow von der Uni Witten/Herdecke ist für seine Verdienste um schwerkranke Kinder und Jugendliche mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Als Prof. Boris Zernikow 2008 an die Universität Witten/Herdecke (UW/H) berufen wurde, gründete er einen besonderen Lehrstuhl: Der Lehrstuhl für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin ist der erste seiner Art in Europa. 18 Jahre später wird Zernikow für seine Verdienste in der medizinischen Versorgung, der wissenschaftlichen Forschung und sein jahrzehntelanges gesellschaftliches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Der Regierungspräsident der Bezirksregierung Münster, Andreas Bothe, überreichte ihm die Auszeichnung am 9. Oktober im Kinderpalliativzentrum Datteln. Seit seiner Berufung an die UW/H erforscht Zernikow, wie Schmerzen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen besser behandelt und junge Menschen mit lebensverkürzenden Erkrankungen bestmöglich versorgt werden können. Dabei verbindet der Kinder- und Jugendarzt Forschung und Lehre mit der unmittelbaren Patientenversorgung. Er hat medizinische Leitlinien zur Kinderschmerztherapie initiiert, arbeitet an bundesweit gültigen Leitlinien mit und hat Standardwerke zur Kinderschmerztherapie und pädiatrischen Palliativversorgung veröffentlicht. An der UW/H lehrt er und betreut Promovierende – ehrenamtlich. Versorgung für schwerkranke Kinder vorangebracht Zernikow hat Strukturen mit aufgebaut, die die Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher bis heute prägen. Bereits Ende der 1990er-Jahre besuchte er gemeinsam mit zwei Kinderkrankenschwestern ehrenamtlich schwerstkranke Patienten zu Hause. Aus diesen frühen Ansätzen entwickelte sich später die spezialisierte ambulante Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche. 2002 baute Zernikow das Deutsche Kinderschmerzzentrum mit auf, in dem heute jährlich mehr als 1500 Kinder und Jugendliche ambulant und mehr als 300 stationär behandelt werden. 2010 eröffnete er gemeinsam mit weiteren Wegbereitern das Kinderpalliativzentrum in Datteln mit der ersten pädiatrischen Palliativstation Europas. Engagement über Medizin und Wissenschaft hinaus Auch außerhalb von Klinik und Universität engagiert sich Zernikow seit Jahrzehnten für schwerkranke Kinder und ihre Familien. Er gründete den Verein „eigenes Leben – Hilfen für Kinder mit Schmerzen oder lebensverkürzenden Erkrankungen“ und initiierte den Freundeskreis Kinderpalliativzentrum Datteln e. V., dessen 1. Vorsitzender er bis heute ehrenamtlich ist.Darüber hinaus setzt er sich dafür ein, Wissen über chronische Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
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