Pionierarbeit für Stammzelltherapie bei Blutkrebs ausgezeichnet25. März 2026 Die DKMS ehrt Prof. Robert Negrin mit dem DKMS Mechtild Harf Science Award 2026: (von li.) Marcel van den Brink, Elke Neujahr, Robert Negrin. Quelle: Patric Fouad/©DKMS Für seine Erfolge in der Blutkrebsforschung und sein Engagement für den wissenschaftlichen Nachwuchs hat die DKMS Stiftung „Leben Spenden“ Prof. Robert Negrin von der Stanford School of Medicine mit dem Mechtild Harf Wissenschaftspreis 2026 ausgezeichnet. „Seine richtungsweisende Forschung hat die Behandlung von Blutkrebs entscheidend vorangebracht und wesentlich dazu beigetragen, Mechanismen von immunvermittelten Abstoßungsreaktionen besser zu verstehen“, betonte Prof. Marcel van den Brink, Präsident des Krebszentrums City of Hope in Los Angeles und Vorsitzender des Medizinischen Beirats der DKMS. Die Auszeichnung wurde während der Jahrestagung der European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) in Madrid verliehen. Wie den GvL-Effekt maximieren, ohne eine GvHD zu riskieren? Die allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (allo-HSZT) zählt heute zu den wirksamsten Therapien bei hämatologischen Erkrankungen wie Leukämien. Die T-Zellen des Immunsystems spielen hierbei eine doppelte Rolle: Sie erzeugen den lebensrettenden Graft-versus-Leukemia-Effekt (GvL), indem sie Krebszellen gezielt angreifen, verursachen aber gleichzeitig die potenziell tödliche Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD). Negrin, einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Transplantationsimmunologie sowie aktueller Präsident der American Society of Hematology (ASH), stellte sich mit seiner Forschung der Kernfrage: Wie den GvL-Effekt maximieren, ohne GvHD zu riskieren? In Mausmodellen demonstrierte Negrin, dass die Infusion von regulatorischen und konventionellen T-Zellen in einem bestimmten Verhältnis und zu einem definierten Zeitpunkt GvHD verhindert, den Krebs bekämpft und das Überleben sichert. [1] 25 Jahre später steht dieses Konzept nun vor der klinischen Umsetzung für Patienten mit Blutkrebs, um Stammzelltransplantationen zu verbessern und sie sicherer und verträglicher zu machen. [2,3] „Als ich die ersten Ergebnisse unserer Forschung sah, war ich sprachlos. Heute blicke ich voller Dankbarkeit auf mein wissenschaftliches Lebenswerk und die vielen außergewöhnlichen Menschen zurück, die dazu beigetragen haben“, betonte Negrin in seiner Rede bei der Preisverleihung. Auch das Engagement für junge Forschende ist ihm ein wichtiges Anliegen: „Ich hatte das Privileg, talentierte Menschen aus aller Welt bei ihrer wissenschaftlichen und medizinischen Ausbildung oder beim Start in ihre Karriere zu unterstützen – und von ihnen ebenso viel zu lernen.“ Nachwuchsförderung: Zukunft der Therapie von Blutkrebs und Bluterkrankungen Bei der Preisverleihung unter dem Motto „35 Jahre Wissenschaft bei der DKMS“ wurden auch vier Nachwuchsforscher mit dem mit 240.000 Euro dotierten DKMS John Hansen Research Grant 2026 ausgezeichnet: Dr. Lars Velten, Elke Neujahr, Prof. Robert Negrin, Dr. Sandeep Raj bei der Preisverleihung der DKMS. Quelle: Patric Fouad/©DKMS Sandeep Raj, MD (Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, USA), Lars Velten, PhD (Centre for Genomic Regulation, Barcelona, Spanien), Satoshi Kaito, MD, PhD (Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, USA), Zhenyu Dai, MD, PhD (Stanford School of Medicine, Stanford, USA). Die vielversprechenden Forschungsprojekte befassen sich mit neuen Therapieoptionen bei Blutkrebs und Erkrankungen des blutbildenden Systems, darunter neue mögliche Biomarker zur Personalisierung von Stammzelltherapien bei Hämoglobinopathien sowie neue und innovative Zelltherapien bei Akuter myeloischer Leukämie (AML). Außerdem gibt es mögliche Ansatzpunkte zur Verbesserung von Therapien mit Chimären Antigenrezeptor-T-Zellen (CAR-T-Zellen), sowohl durch die Weiterentwicklung der CAR-T-Zellplattform und ihrer Herstellung als auch durch Strategien zur Modulation des Tumor-Immunmikromilieus zur Verbesserung der therapeutischen Wirksamkeit. Über den DKMS Mechtild Harf Wissenschaftspreis Der Mechtild Harf Wissenschaftspreis der DKMS Stiftung „Leben Spenden“ würdigt seit 2001 jährlich herausragende wissenschaftliche Arbeiten renommierter Mediziner auf dem Gebiet der Stammzellspende und -transplantation. Er trägt den Namen der verstorbenen Ehefrau von DKMS-Gründer Peter Harf und Mutter von Katharina Harf, der Vorsitzenden des DKMS-Stiftungsvorstands. Mechtild Harf litt unter Leukämie und eine Knochenmarktransplantation war die einzige Behandlungsmöglichkeit. In ihrer Familie fand sich jedoch kein geeigneter Spender. Die zweifache Mutter verstarb 1991. Über den DKMS John Hansen Research Grant Mit dem DKMS John Hansen Research Grant erhalten alljährlich bis zu vier Nachwuchswissenschaftler die Möglichkeit, ihre Forschungsprojekte im Bereich der Stammzelltransplantation und der Zelltherapie von Blutkrebs voranzutreiben. Das Stipendium ist über einen Zeitraum von drei Jahren mit 240.000 Euro dotiert.
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