Pionierarbeit in der Herzzellenisolierung: Exzellenzstipendium für Julian Mustroph

Die Forschungsarbeit von Julian Mustroph wird mit einem Exzellenzstipendium der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung gefördert. (Foto: ©Martin Meyer /UKR)

PD Dr. Julian Mustroph erhält für seine Forschungsleistung ein Exzellenzstipendium der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung. Als Pionier in der Erforschung von Eiweißablagerungen im Herzen gelang es ihm, Herzzellen von Patienten mit einer TTR-Amyloidose zu untersuchen.

Erneut wurden bundesweit acht herausragenden Medizinern Else-Kröner-Exzellenzstipendien verliehen. Sie zeichnen sich durch außergewöhnliche und vielversprechende Forschungsleistungen aus und sind gleichzeitig in verantwortungsvoller Position in der klinischen Praxis tätig. Die Stipendien sind mit je 350.000 Euro dotiert und ermöglichen den Stipendiaten eine zweijährige Freistellung von ihren klinischen Verpflichtungen, um ihre erfolgversprechenden Forschungsprojekte voranzutreiben und sich gleichzeitig für die Berufung auf eine Professur qualifizieren zu können.

Prof. Lars Maier, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Regensburg (UKR), unterstreicht den Wert dieses Stipendiums: „Das Else-Kröner-Fresenius-Exzellenzstipendium ist nicht nur eine Anerkennung für außergewöhnliche Leistungen in der Medizin, sondern auch eine Investition in die Zukunft unseres Gesundheitswesens. Es ermöglicht Nachwuchsforschern, innovative Wege in der medizinischen Forschung mit direktem Nutzen für die Patienten zu beschreiten. Nur, wenn wir Entstehung und Verlauf von Krankheiten besser verstehen, können wir die Behandlungsmethoden verbessern und die Lebensqualität unserer Patienten nachhaltig steigern.“

Pionierarbeit Herzzellenisolierung

Mustroph, Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II des UKR, überzeugte mit seinem Projekt zur Untersuchung von menschlichen Herzzellen, die von Eiweißablagerungen im Herzgewebe betroffen sind. Als Vorreiter ist es ihm erstmals gelungen, Herzzellen aus dem Gewebe von Patienten mit einer TTR-Amyloidose zu isolieren, um die Auswirkungen der Ablagerungen auf die Funktionsfähigkeit der Zellen zu testen. Hierfür werden die isolierten Zellen im Forschungslabor elektrisch stimuliert, was zu ihrer erneuten Kontraktion führt. „Auf diese Weise gewinnen wir Erkenntnisse darüber, in welchem Maße diese Zellen noch kontrahieren können, indem wir die Freisetzung von Kalzium messen, da die Kontraktion des Herzens auf einer Kalziumfreisetzung beruht“, erklärt Mustroph. In einem weiteren Experiment werden die Herzzellen mit sehr feinen Glasnadeln gepikst, um anschließend ihre Aktionspotenziale und Herzströme über Natrium- und Kaliumströme zu messen. „Erstmals sind wir in der Lage, auf Zellebene bei diesen Patienten Rhythmusstörungen zu messen“, betont Mustroph.

Symptomlinderung für Erkrankte

Die übergeordnete Ambition seines Forschungsprojekts besteht darin, mit geeigneten Medikamenten die Symptome der kardialen TTR-Amyloidose – einer Erkrankung, die in der Regel ältere Menschen ab etwa 75 Jahren betrifft – zu lindern. Zu den Symptomen dieser Erkrankung gehören Atemnot, eingeschränkte Belastbarkeit, Bauchschmerzen aufgrund von Wassereinlagerungen sowie Schädigungen und Funktionsstörungen anderer Organe wie Leber und Niere. „Unser Ziel ist es sicherzustellen, dass das Herz trotz der Ablagerungen besser funktioniert, und wir somit die Lebensqualität der Patienten verbessern können.” Bisher zeigen die getesteten Medikamente vielversprechende Ergebnisse, jedoch besteht auch die Möglichkeit, völlig neue Ansätze zu entdecken.