Plötzlicher Herztod bei unter 50-Jährigen: Oft sind Drogen im Spiel21. März 2024 © Syda Productions – stock.adobe.com (Symbolbild) Der Konsum illegaler Drogen kann Koronarerkrankungen und eine kardiale Hypertrophie beschleunigen sowie Herzrhythmusstörungen auslösen. Wie häufig sie bei jungen Patienten mit plötzlichem Herztod (SCD) involviert sind, war bislang jedoch unklar. Eine australische Forschergruppe fand über die Auswertung eines prospektiven nationalen Registers, dass diese bei rund 1/3 der 18- bis 50-Jährigen mit außerklinischem Herzstillstand, der auf eine kardiale Ursache zurückzuführen ist, involviert waren. In dem landesweiten Register wurden über einen Zeitraum von 2 Jahren (April 2019 bis April 2021) 1378 Patienten mit außerklinischem Herzstillstand im Alter von 18–50 Jahren erfasst. Bei insgesamt 554 (40,2%) konnte eine kardiale Ursache bestätigt werden, wobei bei 523 Patienten eine toxikologische Untersuchung durchgeführt wurde. Zu den illegalen Drogen gehörten amphetaminartige Substanzen, Kokain, Heroin, Cannabis und andere Drogen. Die Forscher verglichen klinische Merkmale von Patienten mit und ohne illegalen Drogenkonsum. 170 Patienten (32,5%) wiesen entweder einen positiven toxikologischen Befund für illegale Drogen auf (n=138) oder einen negativen toxikologischen Befund, jedoch mit dokumentiertem regelmäßigem Drogenkonsum (n=32). Patienten mit SCD und illegalem Drogenkonsum waren häufiger männlich (81,2% vs. 72,3%; p=0,028), Raucher (38,8% vs. 19,8%; p≤0,0001) und übermäßige Alkoholkonsumenten (30,6% vs. 20,6%; p=0,012). Außerdem hatten sie häufiger eine psychiatrische Diagnose (38,8% vs. 25,7%; p=0,002), einen niedrigeren Body-Mass-Index (29,4 kg/m² vs. 31,7 kg/m²; p=0,0063) und eine geringere Rate an Bluthochdruck (10,6% vs. 18,6%; p=0,019). Der Tod trat häufig bei sitzender Tätigkeit (47,5%) oder im Schlaf (45,8%) ein. Unter Berücksichtigung dieser basalen Differenzen gab es keine Unterschiede in den Raten der Koronarerkrankungen oder der Kardiomyopathie. Cannabis (n=106) war die am häufigsten festgestellte illegale Droge und der Missbrauch mehrerer Substanzen wurde häufig dokumentiert (n=25). Fazit Etwa ein Drittel der jungen Patienten mit plötzlichem Herztod wies zum Zeitpunkt des Todes einen positiven toxikologischen Befund auf oder gab an, häufig illegale Drogen zu konsumieren, wobei der Anteil des Missbrauchs mehrerer Substanzen hoch ist. (ah) Autoren: Trytell A et al. Korrespondenz: Elizabeth D. Paratz; [email protected] Studie: Prevalence of illicit drug use in young patients with sudden cardiac death Quelle: Heart Rhythm 2023;20(10):1349–1355. Web: https://doi.org/10.1016/j.hrthm.2023.06.004
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