Plötzlicher Herztod: Polypharmazie bei vielen Opfern nachgewiesen27. Januar 2025 © Prostock-studio – stock.adobe.com (Symbolbild) Kommt es zum plötzlichen Herztod (SCD) und die Todesursache kann in der Autopsie sowie im toxikologischen Screening (Ergebnis negativ oder nichttödlich) nicht oder nicht eindeutig geklärt werden, spricht man von einem plötzlichen arrhythmischen Todessyndrom (SADS). SADS ist die häufigste Ursache für SCD bei Personen <35 Jahren. Eine aktuelle Analyse des toxikologischen Profils von SADS-Opfern fand in 2/3 Fällen ein positives toxikologisches Screening-Ergebnis, wobei ein auffallend großer Anteil proarrhythmische Medikamente und Polypharmazie aufwies. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, sich künftig auf Medikamente als Risikofaktor für SADS zu konzentrieren, hebt die verantwortliche Studiengruppe aus Dänemark hervor. Für ihre Studie haben die Forscher alle Todesfälle in Dänemark im Alter von 1–35 Jahren (2000–2019) und 36–49 Jahren (2007–2019) anhand von Totenscheinen, nationalen Registern und Autopsieberichten mit toxikologischen Befunden analysiert. In ihre Untersuchung nahmen sie alle SADS-Opfer auf (n=477). Unter diesen entdeckten sie bei 313 (66%) ein positives toxikologisches Screening-Ergebnis, das als nichttödlich eingestuft wurde, mit einem Durchschnitt von 2,8 Wirkstoffen/Fall. Bei mehr als der Hälfte der SADS-Opfer mit einem positiven toxikologischen Screening-Ergebnis waren QT-Zeit-verlängernde oder „brugadogene“ Medikamente vorhanden. Eine Polypharmazie lag in 66% der Fälle vor, eine psychotrope Polypharmazie in 37% und eine QT-Zeit-verlängernde Polypharmazie in 22%, wobei die häufigste Kombination aus Antipsychotika und Psychoanaleptika bestand. QT-Zeit-verlängernde Medikamente waren häufiger in suprapharmakologischer Dosierung vorhanden als nicht-QT-Zeit-verlängernde Medikamente. FazitDie Mehrheit der SADS-Population hatte ein positives toxikologisches Screening-Ergebnis, wobei ein auffallend hoher Anteil proarrhythmische Medikamente und eine Polypharmazie aufwies. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, sich künftig auf Medikamente als Risikofaktor für SADS zu konzentrieren. (ah) Autoren: Palsøe MK et al.Korrespondenz: Marie Kroman Palsøe; [email protected]Studie: Proarrhythmic drugs, drug levels, and polypharmacy in victims of sudden arrhythmic deathsyndrome: An autopsy-based study from DenmarkQuelle: Heart Rhythm 2024;21(10):1795–1802.Web: https://doi.org/10.1016/j.hrthm.2024.05.013
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